Kaffeewelt kennt Bargeshagen

Haben die Bohnen die richtige Bräunung, lässt Röster Udo Giedtke sie auf das Kühlsieb fallen. Später wird der Kaffee von Hand verpackt.
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Haben die Bohnen die richtige Bräunung, lässt Röster Udo Giedtke sie auf das Kühlsieb fallen. Später wird der Kaffee von Hand verpackt.

Eines der vier besten Kaffeesorten der Welt kommt aus Bargeshagen. Die Rösterei Brack setzt auf Familientradition und gute alte Handwerksarbeit.

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20. Juli 2008, 08:11 Uhr

Bargeshagen - Schon beim Betreten der Betriebsräume der Kaffeerösterei Brack läuft jedem Liebhaber des heißen Getränks förmlich das Wasser im Munde zusammen. Das aus dieser kleinen aber feinen Rösterei einer der vier besten Kaffees der Welt kommt, wissen aber wohl die wenigsten. Der „Carlos Brack Highclass Arabica Öko-Gourmetkaffee“ wurde von italienischen Spezialisten gekürt.

Seit März 2004 setzt die Familie Brack in Bargeshagen die alte Tradition ihrer Ureltern fort. „Johann Brack zog es 1925 aus Bamberg in das Hochland des Amazonas am Fuße der Anden“, sagt Prokuristin Sara Brack. Auf der Familien-Plantage in 1600 bis 1800 Metern beginnt der hohe Qualitätsanspruch. Unter hohen Bäumen wachsen die Kaffeesträucher. „Die Pflanzen gehören zu den Schattengewächsen und gleichzeitig bieten wir vielen Vögeln ein Zuhause“, so Barck. Das sei ein entscheidender Vorteil gegenüber den industriellen Plantagen. „Wir können so auf jegliche Chemie bei der Schädlingsbekämpfung vermeiden.“ Es gibt ein ökologisches Gleichgewicht. Auch die Nährstoffzufuhr für den Boden erfolgt auf natürliche Weise, Schafdung. Mutterboden und kompostierte Schale bilden die Grundlage dafür.

Ernte von Ende März bis Ende September
Geerntet werden die reifen Kirschen des Kaffeestrauchs von ende März bis Ende September in drei Etappen. An der Pflanze sind oft zur gleichen Zeit Blüten, noch grüne und die reifen tiefroten Kirschen zu finden. „Nur die reifen Kirschen werden von Hand gepflückt und später weiterverarbeitet.“ Eine Erntemaschine kann die drei Wachstumsstufen nicht unterscheiden.
Gleich zweimal werden die Bohnen genauestens Kontrolliert. So ergibt sich die spezielle Rohkaffee-Auslese nach Größe, Gewicht und Farbe.

Der Rohkaffee kommt wie zu damaliger Zeit in Jutesäcken per Schiff aus Peru“, erklärt Brack. Derzeit noch über Hamburg, doch Rostock bietet mit seinem Hafen eine mögliche Alternative.
In der Produktion in Bargeshagen werden die Bohnen noch einmal überprüft. Seit drei Generationen wird der Kaffee nach demselben Verfahren veredelt. „Wir rösten die Bohnen mit wenig Hitze bei durchschnittlich 220 Grad und viel Zeit zur Entfaltung des feinen harmonischem Aromas“, erklärt Röster Udo Giedtke. Entsprechend der Röstdauer entstehen so die verschiedenen Geschmacksrichtungen: von mildem Kaffee bis hin zum Espresso. Bei gewünschter Bräune werden die Bohnen per Luft schnell wieder abgekühlt, um ein Nachrösten durch die Eigenwärme zu verhindern. Anschließend werden die Bohnen ganz oder auf Kundenwunsch auch gemahlen verpackt. „Auch das erfolgt in Handarbeit“, so Giedtke. Rund 700 Kilogramm Kaffee werden pro Tag geröstet. Die Marken werden unter anderem in Hotels und Gastronomie, so wie in Fachgeschäften angeboten.

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