Kälte und Salz fressen tiefe Löcher in die Straßen

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25. Januar 2010, 10:03 Uhr

Krebsförden: Klirrende Kälte, Schnee und jede Menge Salz, um die Straßen davon zu befreien – dieser Winter frisst tiefe Löcher in die Schweriner Straßen. „Der Wechsel von klirrendem Frost und Temperaturen um den Gefrierpunkt ist weitaus intensiver als im vergangenen Jahr“, sagt Hans-Dieter Matlachowski, Bereichsleiter für Straßenunterhaltung und Abfallwirtschaft der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS). „Wir haben täglich drei Arbeitstrupps im Einsatz, die Sofortreparaturen ausführen. Am Grünen Tal beispielsweise muss die Straße jede Woche erneut geflickt werden, denn die Löcher tauchen an der gleichen Stelle wieder auf.“

350 Kilometer Wege und StraßenInsgesamt sind die SDS für etwa 350 Kilometer Wege und Straßen zuständig, betreuen etwa 520 Straßen mit einer Fläche von 3,5 Millionen Quadratmetern. Im Mittelpunkt stehen in diesen Tagen allerdings nur 120 Straßen, die nach einem Tourenplan sofort repariert werden. Weitere Straßen kommen im Frühjahr hinzu. „Natürlich reagieren wir auch, wenn uns Bürger mitteilen, wo ein tiefes Schlagloch für Gefahren sorgt,“ ergänzt Ilka Wilczek, seit Anfang des Jahres Leiterin des Eigenbetriebes der Stadt. Wilczek nennt auch die Telefonnummer des verantwortlichen Dispatchers, an den sich jeder Bürger wenden kann: 61 25 45. „Wir sind über die vielen Hinweise dankbar, vor allem vom Nahverkehr, von Taxi-Fahrern und Fuhrunternehmen. Das sind alles Leute, die genau wissen, wie schwer das Problem wiegt“, berichtet Wilczek.

Die Kosten explodieren160 000 Euro hat die Beseitigung von Schlaglöchern im vergangenen Winter gekostet. „Wir rechnen in diesem Jahr mit höheren Kosten“, so Matlachowski. „Jeder sieht doch, dass die Frostperiode länger andauert.“ Das Problem beginne mit dem Zustand der Straßen. „Wenn ich Noten vergeben müsste, lägen sie alle zwischen drei und fünf“, sagt der Fachmann. Je rissiger und bröckeliger eine Straße ist, desto mehr Angriffsfläche bietet sie dem Frost. Die Nässe kriecht in die Ritzen, setzt sich dort fest und gefriert. Dabei dehnt sie sich aus, weil Wasser in gefrorenem Zustand mehr Volumen besitzt als im flüssigen. „Da springen schon richtige Kloben aus der Fahrbahndecke“, sagt Matlachowski. Die entstehenden Löcher fahren Autos und schwere Lkw zusätzlich frei. Manche Schäden sind nur oberflächlich, andere dringen tief in den Straßenuntergrund ein. Matlachowski: „Umso homogener und wasserdichter die Fahrbahndecke, desto beständiger hält sie dem Frost stand.“

Das Füllen der gröbsten Löcher mit Kaltmischungen ist sehr kostenaufwändig und nur eine Notlösung. „Wir brauchen drei Tage durchgehend mit mindestens acht Grad, damit nachhaltig ausgebessert werden kann“, erläutert Matlachowski. „Dafür werden wir im Frühjahr dann vor allem Fremdfirmen einsetzen. Die Firmen garantieren, dass die Straßendecke dann mindestens ein Jahr hält.“ Wegen der Garantieregelung wird man übrigens auch keine Firma finden, die bei Temperaturen unter acht Grad ans Werk geht.

Der strenge Winter bedeutet für die SDS außerdem, dass keine zusätzlichen Leute vom Winterdienst des Betriebes mit zur Beseitigung der Schlaglöcher eingesetzt werden können. Die Winterdienst-Mitarbeiter sind täglich von 3.45 Uhr an unterwegs, um die Straßen befahrbar zu halten. Wenn die Temperaturen wieder ansteigen, sollen aber alle Kräfte auf die Beseitigung der Frostaufbrüche konzentriert werden. „Bis zum 20. April wollen wir alle Löcher gestopft haben und dann beginnt die weitere Straßeninstandsetzung“, so Matlachowski.

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