K.o. in der Nachspielzeit

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31. März 2008, 02:35 Uhr

Rostock - Der FC Hansa Rostock konnte sich im Abstiegskampf gestern keine Luft verschaffen. Zum Auftakt des 26. Spieltages unterlagen die Ostseestädter dem VfL Wolfsburg mit 0:1. Der Treffer für die Gäste fiel erst in der Nachspielzeit. Gleich danach pfiff Schiri Dr. Felix Brych ab.
Trainer Frank Pagelsdorf stellte im Vergleich zum Stuttgart-Spiel wieder offensiver auf, brachte Agali (ersetzte Rahn) als zweite Spitze neben Kern. Dafür rückte Zafer Yelen auf die linke Außenbahn.
Die Gäste reisten mit der Empfehlung an, neben den Bayern bestes Rückrundenteam zu sein (17 Punkte) und knüpften gleich an die guten Leistungen der vergangenen Wochen an. Die Rostocker versuchten zwar, das Spiel in die Hand zu nehmen und in der Offensive zum Zuge zu kommen, mussten aber in der Anfangsphase mehr reagieren, als ihnen lieb sein konnte. Den Autostädtern war keineswegs anzumerken, dass sie auf einige Stammkräfte verzichten mussten, hatten deutlich mehr von der Partie und wären in der 30. Minute auch um ein Haar in Führung gegangen. Nach einer Marcelinho-Flanke köpfte Gentner das Leder aus kurzer Entfernung auf den Kasten von Wächter. Die meisten der 13 000 Zuschauer sahen die Pille schon im Netz zappeln, aber denkste! Die linke Hand des Hansa-Keepers zischt heraus * gehalten! Wahnsinn! Und die Grün-Weißen ließen nicht nach. Nur drei Minuten später musste sich Wächter bei einem Santana-Kopfstoß erneut mächtig strecken. Der 29-Jährige ganz klar der beste Hanseat bis zu diesem Zeitpunkt. Den Schlusspunkt setzten in der ersten Hälfte allerdings die Platzherren. Kai Bülow prüfte mit einem scharfen, aber nicht platziert genug abgebenen Schuss Wolfsburgs Keeper Benaglio. In der Halbzeitpause forderte Stürmer Sebastian Hähnge (steigt demnächst wieder ins Teamtraining ein) mehr Mut von seinen Mannschaftskameraden, *wir müssen das Herz in die Hand nehmen, treiben den Ball zu wenig nach vorn“.
Gesagt, getan! Der für Agali eingewechselte Addy Waku-Menga zog nach Kern-Ablage gleich einmal kurz entschlossen ab * ein ordentlicher Versuch, der nur knapp vorbei strich. Eine echte Trendwende konnte aber nicht verzeichnet werden. Die gefährlicheren Szenen hatten erneut die Wolfsburger und zwar bald darauf durch Gentner. Erst dessen direkte Ecke (53.) und in der gleichen Minute ein Kopfball brachten Hansa in Bredouille, aber glücklicherweise nicht in Rückstand.
Für die Zuschauer war es eine gut anzuschauende Partie, denn beide Teams suchten die Entscheidung und schienen auch in der Lage, sie herbeizuführen. Frank Pagelsdorf gab von außen einen zusätzlichen Impuls, brachte Regis Dorn für Kai Bülow, um noch mehr Druck erzeugen zu können. Kurz darauf waren die Ostseestädter tatsächlich dicht dran, die von den fantastisch mitgehenden Anhängern herbei gefieberte Führung zu markieren. Ein weiter Pearce-Einwurf passiert Freund und Feind, bevor er auf der Stirn von Kern landet, der aber nicht genug Druck hinter den Ball legen kann. Trotzdem ein guter Versuch!
Nur noch zehn Minuten zu spielen, und jetzt war klar: Das Team, das den Ball über die gegnerische Torlinie bringt, wird den Platz als Sieger verlassen. Ist es Hansa? Nein! Bartels kam an einen Rückpass der Wolfsburger nicht ganz heran. Dafür ist es Wolfsburg. 33 Sekunden waren in der Nachspielzeit gelaufen, da versuchten die Gäste noch einmal ihr Glück mit einem Vorstoß. Dexter Langen lässt Alexander Laas entwischen, der passt in den Rücken der Abwehr und dort ist der eingewechselte Krzynowek zur Stelle und überwindet Wächter, dem die Sicht verdeckt ist, mit einem Beinschuss. Kurz darauf ist Schluss.

Rostock: Wächter * Langen, Orestes (V), Gledson, Stein (V/55. Pearce) * Bülow (74. Dorn), Rathgeb * Bartels, Yelen * Kern (V), Agali (46. Menga).
Wolfsburg: Benaglio * Santana, Riether, Simunek, Schäfer * Gentner, Josue, Hasebe (45. Laas) * Marcelinho (79. Niang)* Dejagah (57. Krzynowek), Dzeko.
Schiedsrichter: Felix Brych (München). Zuschauer: 13 000

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