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21. November 2017 | 13:03 Uhr

Junge Physikerin misst das Chaos

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jun.2010 | 08:29 Uhr

Rostock | Der Forschungspreis "Rostocks Eleven" geht an Anne Theuerkauf vom Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik (IAP) in Kühlungsborn. Ausgerufen wurde der Wettbewerb für Wissenschaft und Kommunikation vom Verein "Rostock denkt 365 Grad". Die Jury ehrte Nachwuchswissenschaftlerin Theuerkauf für die Darstellung ihres Forschungsschwerpunktes unter dem Titel "Mit Ballons das Chaos erforschen".

Der Preisverleihung war ein Workshop vorausgegangen, in dem die elf Teilnehmer von Wissenschaftseinrichtungen aus Rostock und Umgebung ihre Projekte vorstellten. Dabei kam es auch auf die Vortragsweise an. Diese sollte ansprechend und auch für den Laien verständlich sein.

Vor allem drei Projekte überzeugten: Markus Krohn von der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock mit "Wenn die Müllabfuhr des Gehirns nicht mehr funktioniert", Sandra Düpjan vom Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) Dummerstorf mit "Wie bewerten Schweine ihre Umwelt? Neue Wege für den Tierschutz" und schließlich die Gewinnerin Theuerkauf mit ihrem Beitrag.

Die Studien der 28-Jährigen beschäftigen sich mit dem Phänomen der Turbulenzen in der Stratosphäre. "Das kennen viele aus dem Flugzeug", erklärt die Doktorandin. Diese Bewegungen von Luftmassen sind räumlich und zeitlich nicht vorhersagbar - also chaotisch. In ihnen wird Energie abgebaut. Der Prozess ist ein natürlicher. "Die Atmosphäre versucht, alles ins Gleichgewicht zu bringen", so Theuerkauf.

Bislang gibt es nur wenige Messungen, obwohl Erkenntnisse über diese Windfluktuation wichtig sind zum Beispiel zur Erstellung von Klimamodellen. "Für diese Messungen haben wir ein Instrument entwickelt", sagt Theuerkauf. Mithilfe eines heliumgefüllten Ballons wird ein Styroporkasten mit Elektronik in die Stratosphäre geschickt - also zwischen etwa zehn und 50 Kilometern Höhe. An diesem ist ein Sensor befestigt, der 8000 Messungen pro Sekunde aufnimmt. Bislang ist das Projekt des IAP weltweit einmalig.

Ebenfalls mit Projektvorstellungen am Workshop "Rostocks Eleven" beteiligt waren das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), das Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT), das Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut für Ostseefischerei (vTI-OSF), das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDF), das Fraunhofer Anwendungszentrum für Großstrukturen in der Produktionstechnik (FhAGP) sowie das Fraunhofer Institut für Grafische Datenverarbeitung (FhIGD).

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