Jungbulle zu Tode gequält

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01. Juli 2008, 07:05 Uhr

Jabel - Die Tat muss irgendwann zwischen Freitagabend und Montagvormittag passiert sein: Der oder die Täter klettern über den Zaun auf die Weide und treiben das etwa 100 Kilogramm schwere Tier in eine Fangbox. Sie fesseln es an den Hinterläufen. Dann schlagen sie das wehrlosen Tier mit einer Brechstange und verletzen es mit einem Messer. In die Wunden des Jungbullen werden Feuerwerkskörper, so genannte China-Böller, gesteckt und angezündet.

Obduktion soll Todeszeitpunkt klären
Ein Zeuge meldet sich bei Besitzer Dietmar Hentze: Er hat vier Jugendliche am Tatort ge-sehen. Die Jugendlichen geben im Gespräch mit ihren Eltern zu, die Feuerwerkskörper in dem Tier gezündet zu haben – aber da sei der Bulle schon tot gewesen.


Grausame Tierquälerei – oder ein unmoralischer Dummejungen-Streich von gelangweilten Jugendlichen? „Das ist die Kardinalsfrage“, sagt Gerd Zeisler, Sprecher der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg. Denn wenn die Jugendlichen – so wie sie es erzählen – „nur“ die Feuerwerkskörper angezündet haben, als der Bulle schon tot war, wäre dies keine Tierquälerei und strafrechtlich nicht von Belang. Dafür gebe es auch schon Anhaltspunkte. „Dann müsste man sich nur fragen: Was ist mit den Jungs los?“, sagt Gerd Zeisler von der Staatsanwaltschaft.

Die Täter müssen nach dem Tierschutzgesetz mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen, bei Jugendlichen fiele die Strafe geringer aus.

Der Kadaver wird heute im Landesamt für Landwirtschaft in Rostock obduziert, um die genaue Todesursache und den genauen Zeitpunkt des Todes festzustellen und die Beteiligung der vier Jugendlichen zu klären.

In MV hatten zuletzt im vergangenen Jahr Fälle von Tierquälerei für Aufsehen gesorgt. Innerhalb von drei Tagen waren in Setzin (Kreis Ludwigslust) neun Ponys von unbekannten Tätern mit einem spitzen Gegenstand verletzt worden. Die Tiere überlebten. Einen Monat zuvor hatte ein ebenfalls unbekannter Täter einem Pferd auf einer Weide in Rostock tödliche Schnittverletzungen im Hals-, Brust- und Genitalbereich zugefügt.

Hinweise zum Fall an die Kripo Warin, Telefon: 0 39 91 / 17 60.

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