Jugendlicher zündet Supermärkte an

Diese Stadt kommt offenbar nicht zur Ruhe. Nachdem in den vergangenen Monaten Gartenlauben, ein historischer Speicher und Autos in Flammen aufgegangen sind, trieb erneut ein „Feuerteufel“ in Grevesmühlen sein Unwesen. Er wollte zwei Supermärkte in Schutt und Asche legen.

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15. Mai 2008, 09:31 Uhr

Nordwestmecklenburg - Heißes Pflaster Grevesmühlen: Kurz nach Mitternacht heulen Donnerstag Sirenen auf. Feuerwehren rasen durch die Straßen zu Marktkauf. Meterhohe Flammen lodern dort an der Warenannahme bis unters Dach auf. Durch den Brand werden Teile der Warenschleuse sowie des Lagers beschädigt. Schaden: ca. 200 000 Euro. Feuerwehren verhindern einen Großbrand.

„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“

„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen. Die Brandschutzmauer hat sehr gute Dienste geleistet“, meint Marktkauf-Leiter Stephan Dietze. Seine Kunden müssen zwei bis drei Tage lang mit einem eingeschränkten Sortiment leben.
Einen Präsentkorb haben nicht nur Feuerwehrleute von Marktkauf verdient, sondern auch Polizisten. Wenige hundert Meter vom ersten Brandort entdecken sie im Getränkelager des Supermarktes Sky ein zweites Feuer. Geistesgegenwärtig greifen die Beamten zum Feuerlöscher und ersticken die Flammen. In dem durch einen Zaun gesicherten Außenlager waren mehrere leere Bierkästen in Brand gesetzt worden.

Inzwischen ist klar, wer die beiden Bränden gelegt haben soll: ein 17-Jähriger aus Grevesmühlen. Nach Informationen unserer Zeitung räumte er gegenüber der Grevesmühlener Kriminalpolizei die Taten ein. Zu seinem Motiv sagt der Schweriner Oberstaatsanwalt Hans-Christian Pick: „Langeweile – und er wolle ins Gefängnis.“ Warum, kann der 17-Jährige heute ausführlich dem Haftrichter im Amtsgericht Grevesmühlen erklären. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Schwerin hatte die Polizei den Jugendlichen bereits seit langer Zeit im Verdacht, Diebstähle in einem der beiden Märkte begangen zu haben.

Einwohner der 11000-Einwohner-Stadt sind erleichtert.

„Wir sind froh, dass die Kripo so schnell ein Tatverdächtigen ermitteln konnte. Viele Leute werden wieder etwas ruhiger schlafen können“, sagt die Grevesmühlener Pressesprecherin Regina Hacker.

Schon zweimal hatte eine Serie von Brandstiftungen die Einwohner von Grevesmühlen verunsichert. Ende 2005/Anfang 2006 zündeten Jugendliche Papiercontainer an, später Gartenhäuser. Schließlich versuchten sie gar eine Schule und einen Holzhandel in Flammen aufgehen zu lassen – das Trio erhielt eine Bewährungsstrafe plus gemeinnützige Arbeit.

Anfang März dieses Jahres brannten sechs Autos in und um Grevesmühlen. Die Kripo klärte auch diese Serie auf und nahm einen alten Bekannten fest: Kai K., 21 Jahre. Er gehörte bereits 2005/2006 zum Trio der Grevesmühlener Brandstifter.

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