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Lüneburg/Neuhaus: Testkäufer waren unterwegs : Jugendliche kommen zu leicht an Alkohol

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Test: Immer zu zweit gehen Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren in ein Geschäft und versuchen, Alkohol zu kaufen. Manchmal lässt man sich den Ausweis zeigen und verkauft den Alkohol trotzdem.

svz.de von
erstellt am 20.Apr.2011 | 12:05 Uhr

Den Begriff "Komasaufen" kennt jeder. Immer mehr immer jüngere Jugendliche und zum Teil schon Kinder trinken bis zur Bewusstlosigkeit, müssen im Krankenhaus stationär behandelt werden. Wenn sie sich nicht bei Vaters Vorräten bedienen, müssen sie den Alkohol kaufen. Das Jugendschutzgesetz aber untersagt den Verkauf von Bier, Wein und Sekt an Jugendliche unter 16 Jahren und von Hochprozentigem an Jugendliche unter 18 Jahren.

Jugendschutzgesetz verbietet Verkauf an Jugendliche

Hier setzt der Landkreis zusammen mit der Stadt Lüneburg, den Kommunen, der Polizeiinspektion Lüneburg/ Lüchow-Dannenberg/Uelzen und den Fachdiensten Jugendhilfe von Stadt und Kreis mit Alkoholtestkäufen an. Immer zu zweit gehen Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren in ein Geschäft und versuchen, Alkohol zu kaufen. Manchmal werden sie nach ihrem Alter gefragt, lässt sich der Verkäufer den Ausweis zeigen und schickt die Jugendlichen aus dem Laden. Manchmal lässt man sich den Ausweis zeigen und verkauft den Alkohol trotzdem, weil es in der Eile der Zeit nicht jedem gelingt, das Alter der Jugendlichen korrekt auszurechnen und manchmal wird ungefragt die Flasche hochprozentigen Alkohols abkassiert. Seit gut eineinhalb Jahren sind die jugendlichen Testkäufer immer mal wieder unterwegs. Sie sind Polizeianwärter oder Auszubildende der Verwaltung. Auch die örtliche Polizei ist jedes Mal dabei. Die Testkäufe finden in der Regel an sieben Tagen verteilt auf zwei Wochen statt. Inzwischen gab es vier Alkoholtest-Runden und auch wenn sich die Ergebnisse in der letzten Runde im Vergleich zur ersten leicht verbessert haben, gibt es noch keinen Anlass zum Jubeln.

In der ersten Runde wurden bei knapp 42 Prozent der Testkäufe Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz festgestellt. In der jüngsten Runde wurden bei insgesamt 68 Testkäufen in Stadt und Landkreis 21 Verstöße festgestellt, dass sind immer noch knapp 31 Prozent der Fälle. Auch in Neuhaus waren Testkäufer unterwegs. Beim letzen Mal erwischte es einen Lehrling der Bäckerei Ickert, der an der Kasse saß.

Er habe seine Mitarbeiter alle instruiert, die wüssten Bescheid, wie sie sich zu verhalten hätten, so Manfred Ickert. Die Belegschaft habe zusammengelegt, um das Bußgeld aufzubringen, weil das, wenn die Geschäfte hektisch sind, jedem passieren könne.

Was wohl nicht so ohne weiteres passiert wäre, wenn von zwei Fällen mit Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz, die in der dritten Runde vorgekommen sein sollen, plötzlich nur noch einer übrig bleibt. Das Gerücht, da habe jemand seine politischen Beziehungen für eine Rücknahme eines Bußgeldbescheides spielen lassen, hält sich indes hartnäckig. "Wir werden diesen Hinweis prüfen, leider habe ich diesbezüglich in der Bußgeldstelle noch niemanden erreicht. Ich versuche, das zu klären," antwortete gestern der Pressesprecher des Landkreises, Harald Fichtner auf eine Anfrage von SVZ. Bis zum Redaktionsschluss lag eine Antwort noch nicht vor.

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