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20. September 2017 | 16:28 Uhr

Jubel und Tränen nah beieinander

vom

svz.de von
erstellt am 13.Jun.2010 | 06:52 Uhr

Gross Gottschow | Ein wenig irreführend ist die Bezeichnung "Kreisfeuerwehrtag", denn es gibt Ämter und Gemeinden im Landkreis Prignitz, die keine Mannschaften zu diesem alljährlich stattfindenden Wettkampf entsenden. Am Sonnabend waren es Gumtow, Putlitz-Berge und Meyenburg, die sich "bedeckt hielten", wie Holger Rohde, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, es diplomatisch formuliert. Hingegen freute es ihn und die Gastgeber in Groß Gottschow, die alles in bester Qualität vorbereitet hatten, dass sich mit der FFw Falkenhagen nach vielen Jahren Blauröcke aus der Stadt Pritzwalk beteiligten. "Bei unserem Stadtausscheid im vorigen Jahr haben wir gewonnen und wollten hier gern einmal teilnehmen, sehen, wo wir stehen", sagt Wehrführer Torsten Schröder. Dabei zähle für sie allein die Teilnahme, der olympische Gedanke. Aber: "Letzte wollen wir natürlich nicht unbedingt werden."

Die Falkenhagener waren guter Dinge, wenngleich sie bereits vor dem Start der ersten Wettbewerbe bemerkten, dass es nicht leicht werden wird, gegen die anderen zu bestehen. "Da wird hier gefeilt und dort geklempnert an den Gerätschaften. Wir nehmen unsere Sachen so aus dem Einsatzfahrzeug, wie sie sind. Eine solche Vorbereitung können wir uns einfach nicht leisten. Hinzu kommt, dass wir bei uns andere Wettkämpfe absolvieren", verdeutlichte Schröder die Ausgangslage.

Die Wettbewerbe - Löschangriff nass, Angriffsübung und Gruppenstafette - nahmen ihren Lauf. Überschattet von ein wenig Pech: "Insgesamt hatten wir acht Verletzte", resümierte gestern Holger Rohde. Sieben der acht betroffenen Feuerwehrleute konnten nach ambulanter Behandlung wieder am Geschehen teilnehmen. Lediglich in einem Fall wurde eine Feuerwehrfrau aus Breese mit einer Fingerverletzung ins Krankenhaus nach Perleberg gebracht, bestätigte die Einsatzleitstelle auf Nachfrage des "Prignitzers".

Unterdessen kämpften Männer aus 19 Wehren und vier Frauenteams um Sekunden und Punkte, lagen Jubel und Tränen nah beieinander. So stand den Feuerwehrfrauen aus Düpow die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, als ihr erster Versuch im Löschangriff gründlich misslang: Schläuche hatten sich verheddert, im Strahlrohr, das auf den Zielpunkt gerichtet wird, kam kein Wasser an. In der Endabrechnung wurde es für sie im Löschangriff aber doch noch der zweite Platz, in der Gesamtwertung der dritte.

Die Männer aus Falkenhagen engagierten sich ebenso wie alle anderen Teams, schafften allerdings nur in der Gruppenstafette ihr selbst gestecktes Ziel: Vorletzter. Unter dem Strich belegten sie Rang 19 - was keinesfalls etwas über die Schlagkräftigkeit der Truppe im Alltag aussagt. Die 24 aktiven Frauen und Männer in der Wehr sind im Schnitt jährlich bei 22 Einsätzen unterwegs, meist technische Hilfeleistungen. In ihren Verantwortungsbereich fallen die A 24 von Falkenhagen bis Putlitz und in der anderen Richtung von Falkenhagen bis zur Abfahrt Heiligengrabe, außerdem das riesige Gewerbegebiet. "Wir haben unsere Frauen voll integriert. Sie agieren ebenso unter Atemschutzgerät und an den Maschinen wie die Männer. Sonst wäre das gar nicht zu leisten", betont Torsten Schröder. Außerdem machen die Falkenhagener eine intensive Nachwuchsarbeit, haben insgesamt 19 Kinder in den Altersklassen 0 und I. "Sie haben sich tapfer geschlagen und wollen nächstes Jahr wiederkommen", freut sich Holger Rohde über die Blauröcke aus der Ostprignitz.

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