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Parchimer Wehr in diesem Jahr stark gefordert : Jeder zehnte Einsatz ein Fehlalarm

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Das seit Jahren beklagte Problem der Fehlalarme lässt sich offensichtlich nicht lösen. Die Automatische Brandmeldeanlagen sind ein Ärgernis. 17 Mal in diesem Jahr sind die Wehren unter falschen Alarm ausgerückt.

"In Parchim haben in der Nacht zu Mittwoch die Flammen eines brennenden Sperrmüllhaufens die Fassade eines Wohnhauses erfasst und beschädigt. Der Sachschaden wird auf mehrere tausend Euro geschätzt.

Die Polizei geht davon aus, dass unbekannte Täter gegen 0.45 Uhr den Sperrmüllhaufen in der Lindenstraße angezündet haben. Die Flammen schlugen in weiterer Folge auf ein angrenzendes Wohnhaus über und beschädigten einen Teil der Fassade. Dabei gingen auch Fensterscheiben zu Bruch. Die Mieter des Hauses konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Polizeibeamte haben bis zum Eintreffen der Feuerwehr versucht, die Flammen mit einem Feuerlöscher unter Kontrolle zu bringen. Die Feuerwehr löschte wenig später schließlich den brennenden Schutthaufen", war im Polizeireport der Parchimer Zeitung am 31. März 2011 zu lesen. "Brandstiftungen wie diese, bereiten uns zunehmend Sorgen", sagt der Chef der Parchimer Feuerwehr Bernd Schröder. "Das sind keine Dummen-Jungen-Streiche", macht er deutlich. Ziemlich enttäuscht ist Schröder auch, dass die Fälle der offensichtlichen Brandstiftungen nicht aufgeklärt und damit die Hemmschwelle für die Täter immer geringer werden. Vor allem die so genannten Container-Brände schlagen sich auch in der Statistik nieder. Im laufenden Jahr mussten die Parchimer Kameraden bereits zu mehr als 80 Bränden ausrücken (Vorjahr: 64 Fälle).

Parchimer Wehr seit Jahren ein starkes Team

Feuerwehrchef Bernd Schröder kann sich auf seine Frauen und Männer verlassen. "Die gute Nachwuchsarbeit der vergangenen Jahre zahlt sich aus. Unsere Einsatzabteilung ist wie seit Jahren stabil." Dabei hat natürlich auch die Wehr der Kreisstadt mit zunehmenden Personalproblemen zu kämpfen, weil junge Menschen in Scharen die Region verlassen. Froh ist Schröder, dass inzwischen sogar Kameraden einspringen, die tagsüber in Parchim arbeiten, aber in anderen Orten zu Hause sind.

Das seit Jahren beklagte Problem der Fehlalarme lässt sich offensichtlich nicht lösen. "Die automatischen Brandmeldeanlagen wie beispielsweise im Hydraulikwerk sind für uns ein Ärgernis. 17 Mal sind wir in diesem Jahr zum Teil mit kompletter Mannschaft und Technik ausgerückt, um vor Ort feststellen zu müssen, dass die Anlage wieder einmal versagt hat", meint Bernd Schröder. Mehr als jeder zehnte Einsatz fällt in der Kreisstadt inzwischen in die Rubrik "Fehlalarm". Die Verursacher werden dafür zur Kasse gebeten.

Für die bevorstehenden Feiertage hofft der Feuerwehrchef auf "ruhige Stunden". In den zurückliegenden Tagen gab es zwischen Weihnachten und Neujahr in der Kreisstadt eher weniger bei der Feuerwehr zu tun. "Wer natürliche Kerzen am Christbaum favorisiert, muss auch für Vorkehrungen sorgen", sagt Schröder. Er selbst setzt auf elektrische Lichter und in die Feuerwache ziert sogar ein künstlicher Baum.

Beim Feuerwerk zum Jahreswechsel ist der Trend zur Batterie unverkennbar. Dabei wird mit einem Zünder ein bis zu zweiminütiges Feuerwerk gestartet. Das ist nicht nur bequemer und reizvoller, sondern für die Nutzer vor allem auch sicherer. Ob die Kameraden der Feuerwehr in der Silvesternacht ungestört feiern können, wird auch davon abhängen, ob es Feuerteufel schon in der ersten Nacht des neuen Jahres wieder einmal auf einen Container abgesehen haben.

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erstellt am 22.Dez.2011 | 12:20 Uhr

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