Jeder dritte Schüler in MV raucht

In keinem anderen Bundesland gibt es so viele jugendliche Raucher wie in MV. Die Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung ruft die Gesundheitsminister deshalb auf, sich auf ihrer morgigen Konferenz für ein bundesweit einheitliches absolutes Rauchverbot einzusetzen.

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03. September 2008, 07:09 Uhr

Bei der jüngsten europäischen Schülerbefragung Espad gaben 38 Prozent der 15- bis 16-Jährigen in Mecklenburg-Vorpommern an, regelmäßig zu rauchen – bundesweiter Spitzenwert. Zum Vergleich: In Berlin waren es nur 23 Prozent. Das durchschnittliche Einstiegsalter beim Rauchen liegt demnach inzwischen bei 11,6 Jahren.

„Je früher der Einstieg, desto größer die Gefahr der Abhängigkeit“, warnt Dr. Markus Stuppe, Chefarzt der Klinik für Abhängigkeitserkrankungen bei den Helios Kliniken Schwerin. Stuppe geht davon aus, dass ein weitreichender Nichtraucherschutz dazu führen wird, dass künftig weniger Kinder und Jugendliche überhaupt mit dem Rauchen anfangen.

Die Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung (Lakost) plädiert deshalb für ein konsequentes Nichtraucherschutgesetz. Sie appelliert an die morgen tagenden Gesundheitsminister der Bundesländer, sich für eine einheitliche Regelung auszusprechen. Hintergrund: Das Bundesverfassungsgericht hatte Ende Juli das absolute Rauchverbot in kleinen Kneipen für verfassungswidrig erklärt. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird bis Ende 2009 ein striktes Rauchverbot in allen Gaststätten verhängt oder aber es werden für alle Gastronomen gleichermaßen geltende Ausnahmen erlassen.

Von einer einheitlichen Regelung erhofft sich Lakost auch einen wirkungsvollen Schutz gegen das Passivrauchen. Derzeit würden daran pro Tag in Deutschland mindestens neun Menschen sterben. Gleichzeitig beeinflusse Passivrauchen die geistige Leistungsfähigkeit von Kindern, zitiert die Landesstelle aus einer aktuellen Studie. Darin schnitten Kinder, die mit Zigarettenqualm aufwuchsen, schlechter bei Mathe-, Lese- oder Logiktests ab.

Unter ein bundeseinheitliches Rauchverbot dürfte dann auch das Rauchen von Wasserpfeifen fallen. Nach einer neuen Untersuchung des Heidelberger Thoraxzentrums wird das so genannte Shisha-Rauchen unter Jugendlichen immer beliebter. Demnach hat jeder vierte Dreizehnjährige schon Wasserpfeife geraucht. Experten warnen davor, dass darüber zum Teil größere Schafstoffmengen aufgenommen werden als über filterlose Zigaretten.

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