zur Navigation springen

Saufen, Prostitution und Kriminalität auf Mallorca : Jagdszenen am "Ballermann"

vom

In der Nähe der berühmten Strandmeile auf Mallorca liefern sich deutsche Urlauber Prügeleien mit afrikanischen Straßenhändlern; Banden von Prostituierten rauben betrunkene Touristen aus.

svz.de von
erstellt am 04.Jul.2013 | 07:36 Uhr

Palma De Mallorca | In der Nähe der berühmten Strandbar auf Mallorca liefern sich deutsche Urlauber Prügeleien mit afrikanischen Straßenhändlern; Banden von Prostituierten rauben betrunkene Touristen aus. Auf der Lieblingsinsel der Deutschen entfachten zu Beginn der Hochsaison Negativschlagzeilen große Aufregung.

Den Höhepunkt bildete eine mehrseitige Reportage über "Mallorcas dunklen Sommer". "Glücksritter, Billigprostituierte und organisierte Banden beherrschen die Playa de Palma nach Sonnenuntergang", schrieb die "Bild am Sonntag". In Spanien reagierte die Polizei am schnellsten auf den Artikel. "Glaubt uns: Mallorca wird in diesem Sommer so wunderbar sein wie immer", versicherten die Sicherheitskräfte auf Twitter.

Auch die Hoteliers meinten, die Medienberichte vermittelten einen falschen Eindruck. Die Angaben zur Kriminalität seien falsch, betonte Aurelio Vázquez, Präsident des Hoteliersverbandes von Mallorca. Die Zahl der Delikte habe im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,25 Prozent zugenommen. Der spanische Sicherheitsstaatssekretär Francisco Martínez sagte der "Mallorca Zeitung": "Es gibt weder eine alarmierende, noch eine steigende Tendenz."

Zugleich zeigt die Insel sich bemüht, den Imageschaden zu beheben. An einem bestimmten Strandabschnitt der Playa de Palma, der Hochburg des deutschen Massentourismus, wurden Open-Air-Trinkgelage außerhalb der Lokale eingedämmt. Dort darf von 22 bis 1 Uhr auf der Straße kein Alkohol mehr getrunken werden. In dieser Gegend befindet sich die Partymeile mit der Bier- und der Schinkenstraße. In Supermärkten kann man Putzeimer mit Alkohol, Erfrischungsgetränken, Eiswürfeln und Strohhalmen im Paket kaufen.

Im kommenden Jahr sollen Trinkgelage auf der Straße generell verboten werden. Die Verordnung ist im übrigen Stadtgebiet von Palma de Mallorca schon umgesetzt. Am "Ballermann" werden allerdings noch keine Bußgelder verhängt wie andernorts in der Stadt. Die Hoteliers ließen zudem mehrsprachige Faltblätter drucken, auf denen die Gäste vor Prostituierten, Hütchenspielern, Masseusen, Taschendieben oder dem übermäßigen Genuss von Alkohol gewarnt werden.

"Die Saufgelage sind nicht vereinbar mit einem Qualitätstourismus, wie wir ihn an der Playa de Palma anstreben", sagte der Tourismusdezernent der Inselhauptstadt, Alvaro Gijón. Die negativen Presseberichte schoben offenbar auch die stockenden Pläne zur Generalsanierung der Gegend neu an. Seit mehreren Jahren gibt es Pläne zur Aufwertung der Bucht. Die Stadtverwaltung erließ nun eine Verordnung zur Verschönerung des Straßenbildes.

Die Regionalregierung erleichterte zudem den Hoteliers an der Bucht von Palma die Sanierung der Herbergen. Gebäude, die auf mindestens Vier-Sterne-Niveau verbessert werden, sollen um zwei Etagen aufgestockt werden dürfen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen