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Jagd auf Giftraupen bei Dömitz und Rüterberg

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erstellt am 28.Mai.2010 | 07:01 Uhr

Dömitz/Rüterberg | Den wegen ihrer giftigen Härchen gefährlichen Eichenprozessionsspinnern wird in Dömitz und Rüterberg derzeit der Garaus gemacht: Der Pflanzenschutzdienst des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei hat mit dem StAUN Schwerin, sowie dem zuständigen Gesundheitslandesamt, der Stadtverwaltung Dömitz und dem Forstamt Conow bereits mit Maßnahmen zur Bekämpfung der Giftraupen im örtlichen Stadtwald sowie einem Waldstück bei Rüterberg begonnen.

Es sei zwar kein Massenauftreten festzustellen, aber der Spinner sei eben da, berichtet Louis Meyer, Revierförster von Heidhof und zuständig für den Stadtwald der Elbestadt. "Es sind alte Gespinste aus dem letzten Jahr gefunden worden. Deshalb müssen wir das beobachten, um notfalls Gegenmaßnahmen ergreifen zu können", so der Weidmann weiter. Der Eichenprozessionsspinner sei ein Schädling, der Eichen befalle und Baumkronen kahl fräße. "Befallene Eichen weisen typische Gespinstnester mit jeweils Hunderten von Raupen auf. Die Raupen wandern in Prozessionen in die Baumkronen und verursachen dort Kahlfraß. Wiederholt sich der Befall über Jahre, wird die Vitalität so stark beeinträchtigt, dass es zum Absterben kommen kann."

Der Eichenprozessionsspinner stelle aber auch eine Gesundheitsgefahr für den Menschen dar. "Die Haare älterer Raupen enthalten ein Nesselgift, welches sehr starken Juckreiz, Haut- und Augenentzündungen, Atemnot nach Einatmen der Härchen, Schwindel und Fieber auslöst. Leere Gespinste sowie Raupenhaare bleiben mehrere Jahre lang gefährlich", erklärt Bernhard Fiedler vom StAUN Schwerin.

In MV tritt der Falter nachweislich seit 2007 auf. Erste Befallsgebiete lagen im Südwesten von Lübtheen. Der Pflanzenschutzdienst hat deshalb bereits im Jahr 2009 Monitoringmaßnahmen eingeleitet. 2010 hat der Befall auf siedlungsnahe Eichenbestände übergegriffen. Betroffen ist der Stadtwald von Dömitz, in dem sich auch eine Festwiese, eine Sportanlage, ein Schießstand, ein Parkplatz und ein Kletterwald befinden. Zudem kreuzen sich in dem etwa 15 Hektar großen Gebiet zwei Bundesstraßen. Um ein Gesundheitsrisiko für Anlieger und Touristen auszuschließen, sind Bekämpfungsmaßnahmen unvermeidlich. Ein Betretungsverbot auszusprechen und den Stadtwald abzusperren, ist keine echte Alternative zu den Bekämpfungsmaßnahmen, da die mögliche Gesundheitsgefährdung der Anlieger durch die Nesselhaare der sich häutenden Raupen dadurch nicht beseitigt wird.

Eine erste Bekämpfungsmaßnahme wurde in den letzten Tagen vom Flugzeug aus durchgeführt. "Die Behandlung erfolgte aus der Luft mit einem biologischen Insektizid, das keine toxischen Wirkungen auf den Menschen sowie Tiere hat. Es ist frei von Nebenwirkungen und stellt auch keine Gefahr für Gewässer dar. Die Besprühung hemmt die Entwicklung der Raupen, deren Nesselhärchen nicht mehr ausgebildet werden. Sie sterben," erklärt Mandy Didrich vom Bauamt Dömitz. Seit etwa zehn Jahren breite sich der unscheinbare Nachtfalter zunehmend nach Norden aus. Der Klimawandel mit milden Wintern und warmen Frühjahren begünstige die Ausbreitung.

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