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Jagdpachtgemeinschaft Warin-Labenz : Jäger finden Massen von Müll im Wald

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Bei der Müllsammelaktion der Jagdpachtgemeinschaft Warin-Labenz hatten am Sonnabend 17 Jäger und Freunde der Jagd etwa zehn Kubikmeter Müll zusammen getragen. Jäger und Landwirte appellieren an Umweltbewusstsein.

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erstellt am 23.Apr.2012 | 10:36 Uhr

Chemiekalienbehälter, Fahrzeugreifen, Fernsehröhre, Stühle, Teppiche, Glasflaschen, Windeln, Gasflaschen, sind nur ein Teil der Ausbeute der sonnabendlichen Müllsammelaktion der Jagdpachtgemeinschaft Warin-Labenz. Auf dem Gelände der Wariner Pflanzenbau e.G. in Mankmoos hatten die 17 Jäger und Freunde der Jagd etwa zehn Kubikmeter Müll zusammen getragen. Gesammelt wurde im Jagdgebiet Warin in Wald und Feldflur.

"Wir hatten uns in Gruppen aufgeteilt. Jeder mit seinem Fahrzeug und Anhänger bestückt ging es morgens um acht Uhr los. Jeder wusste im Vorfeld, wo die Müllhaufen lagen, die gezielt angefahren wurden", sagte Uwe Möller, Obmann der Pachtgemeinschaft. Auch die Jungen Kalle (9) und Michel (5) waren mit Karola Gossel mitgegangen. "Ich hab eine Kette von einer Säge gefunden, Mopedersatzteile und hab vier Gänse gesehen", erzählte Michel stolz.

Seit 19 Jahren geht Karola Gossel zur Jagd. Die Warinerin ist seitdem bei den jährlichen Müllsammelaktionen dabei. Diese gibt es seit 20 Jahren, erzählte Manfred Blank. Er organisiert die Frühjahrsaktionen mit. "Jeder Jäger hat immer einen gelben Müllsack im Auto und entsorgt den Plastikmüll schon während seiner Jagdbegehung in seinem Revier. Die Müllsammelaktion hatten wir Anfangs zweimal jährlich und auch mit den Anglern zusammen. Im Frühjahr ist die Vegetation noch übersichtlich, da sind die Dreckstellen am besten auszumachen. Und der Unrat muss raus. Denn wo solche Haufen liegen, wird immer noch mehr hinzugetan. Es ist schlimm, dass es immer wieder solche Mitmenschen gibt die ihren Unrat in die Natur kippen, anstatt sie ordnungsgemäß und sogar kostenfrei zu entsorgen", erzählt der 73-Jährige. Vor 50 Jahren begann er mit der Hege und Pflege des Wildes. Acht Pächter und sieben Begehungsscheininhaber zählen zur Jagdgemeinschaft.

"Als Landwirte wissen wir um die Problematik der Jäger und unterstützen gerne die Aktion als Anlaufpunkt. Die Container zur Entsorgung stellt die Stadt Warin zur Verfügung, die auf unserem Gelände abgestellt werden und von der Kommune entsorgt werden", so Wolf-Dietmar Vetter, Jagdvorsteher des gemeinschaftlichen Jagdbezirkes Warin und Vorstandsvorsitzender des Pflanzenbaubetriebes.

Gerade wurde der Pachtvertrag wieder neu gestaltet mit der großen Pächtergemeinschaft. "Wir Landwirte arbeiten sehr gut mit den Jägern zusammen. Wir sprechen Bejagungsmöglichkeiten ab, wo Zufahrten und Schneisen bleiben, und profitieren beidseitig voneinander", so Vetter.

Wenn in diesem Jahr auch weniger Müll in der Feldflur und Wald gesammelt wurden, appellieren Jäger und Landwirte an das Umweltbewusstsein der Mitbürger und wünschen sich eines Tages nicht mehr ausrücken zu müssen, um sich anstatt als Jäger denn als Unratsammler zu betätigen.

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