Jäger blasen zur großen Treibjagd

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10. November 2009, 09:41 Uhr

Güstrow | Auftakt für die Treibjagden im Forstamt Güstrow. Bis Mitte Januar 2010 finden im Forstamtsbereich wieder die so genannten Ansitz drückjagden statt - insgesamt 13. "Zwei Jagden haben wir bereits hinter uns, zuletzt vergangene Woche Dienstag in Suckow. Nächsten Freitag sind Treibjagden in Lantow und Windfang und am Sonnabend in Breesen", informiert Axel Stein, Leiter des Forstamtes Güstrow. Er appelliert in dieser Zeit vor allem an die Autofahrer: "Fuß runter vom Gas!"

Vor allem entlang der Bundesstraßen Richtung Krakow am See sei es während der Treibjagden "nicht ungefährlich", so Stein. "Während das Wild üblicherweise in der Dämmerung auf die Straße läuft, kann es jetzt auch mitten am Tage zu Wildunfällen kommen." Bei der Treibjagd sitzen Jäger an festen Punkten und Treiber mit Hunden scheuchen das Wild auf und treiben es ihnen vor die Flinten. Obwohl es sich nicht um eine "Hetzjagd" handele, erhöhe sich dennoch die Gefahr, dass auf waldreichen Strecken ein verschrecktes Tier auch mal unvermittelt auf die Straße rennen könne. Deshalb stellen die Jäger an öffentlichen Wegen und Straßen Warnschilder "Vorsicht Jagd!" auf. "Damit einher gehen auch Geschwindigkeitsbegrenzungen", erklärt Forstamtsleiter Stein. Er setzt auf die Vernunft der Autofahrer, um Wildunfälle zu vermeiden.

Die 13 Treibjagden im Forstamt Güstrow finden bis Mitte Januar auf insgesamt 6000 Hektar Wald der Landesforstanstalt statt. Zum Forstamt gehören die sieben Reviere Windfang, Lohmen, Kirch Rosin I und II, Laage, Kritzkow und Cammin. Bei kleineren Treibjagden sind bis zu 20, bei größeren bis zu 70 Jäger im Einsatz, sagt Axel Stein. Die Strecke des Forstamtes Güstrow 2008/09 brachte folgende Ergebnisse: 336 Rehe, 289 Wildschweine, 27 Stück Rotwild und ein Stück Damwild.

Auch jetzt liege das Forstamt Güstrow in Bezug auf den Abschussplan im Soll, so Stein. Im Abschussplan enthalten sei Rehwild, dessen Bestand in einigen Waldgebieten überhöht sei. Besonders in kleinen Waldgebieten komme es verstärkt zum Verbiss an jungen Bäumen. "Das Wild ernährt sich von der Naturverjüngung und macht die Bäume kaputt", sagt Axel Stein. Auch Rot- und Damwild sind im Abschussplan enthalten, nicht jedoch das Schwarzwild. "Letzteres wird dennoch intensiv bejagt, da die Bestände sehr hoch sind", so der Güstrower Forstamtsleiter.

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