Schwerin: Entwicklung des alten Klärwerksgeländes : Investor für neue Marina gesucht

Auf dem ehemaligen Klärwerksgelände soll mit privatem Geld ein Wassersportzentrum mit Wohnmobilstellplatz entstehen. Die Stadt hofft auf viele Interessenten.Cordes
Auf dem ehemaligen Klärwerksgelände soll mit privatem Geld ein Wassersportzentrum mit Wohnmobilstellplatz entstehen. Die Stadt hofft auf viele Interessenten.Cordes

Alten Klärwerksgelände in Schwerin: dort soll ein Wassersportzentrum entstehen, mit einer großen Marina, einer Wassertankstelle, Versorgungseinrichtungen und einem zentral gelegenen Stellplatz für Wohnmobile.

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11. Februar 2011, 10:12 Uhr

Mit der Entwicklung des alten Klärwerksgeländes in der Bornhövedstraße will die Stadt Schwerin gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: So soll im nördlichen Teil des Areals ein Wassersportzentrum entstehen, das mit einer großen Marina, einer Wassertankstelle, Versorgungseinrichtungen und einem zentral gelegenen Stellplatz für Wohnmobile auf einen Schlag mehrere Defizite in der touristischen Infrastruktur der Landeshauptstadt beseitigen könnte.

"Wir wollen die Ausschreibung möglichst offen gestalten, so dass sich gegebenenfalls mehrere Investoren aus der Region zusammenschließen können", sagt Baudezernent Dr. Wolfram Frieders dorff. Und Interessenten gäbe es bereits, berichtete er.

Die Stadtverwaltung empfiehlt, im Einklang mit dem regionalen Wassertourismus-Konzept für das neue Schweriner Wassersportzentrum zunächst nur den nördlichen Teil des alten Klärwerksgeländes zu nutzen. Dieser befindet sich in uneingeschränkter Verfügung der Kommune und bietet ausreichend Platz für die geplanten Einrichtungen sowie für Ferienwohnungen. Bei entsprechend großer Nachfrage könnte dann später auch der südliche Teil in die Entwicklung einbezogen werden. Bis dahin sollen juristische Fragen im Zusammenhang mit einem bestehenden Leasing-Vertrag geklärt werden.

Parallel hatte Bernd Nottebaum, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Liegenschaften, angekündigt, die Insel Kaninchenwerder weiter beleben zu wollen. Eine neue Kläranlage sei auf der Insel im vergangenen Jahr errichtet worden. Derzeit werde die WC-Anlage saniert. "Wir wollen als Stadt jetzt den Hafen inklusive der Stege erwerben und den Bereich anschließend sanieren", so der Amtsleiter. Mit beiden Initiativen zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur knüpfe die Stadt an die erfolgreiche Privatinitiative zur Errichtung des Kletterwaldes an, der überregionale Anziehungskraft besitze.

Neben den bewährten touristischen Angeboten wie Stadtführungen, Stadtrundfahrten und Schiffstouren kann der Schwerin-Besucher nun auch auf Geocaching-Tour gehen, was sehr im Trend liege. "Wir setzen weiter auf den wichtigen Part des Bustourismus und den individuellen Übernachtungsgast, wollen aber auch stetig die Zahl der Tagestouristen steigern", sagt Nottebaum. "Da sehen wir ein großes Potenzial bei den Urlaubsgästen der Ostseeküste."

Positive Bilanz der Wirtschaftsförderer

Amtsleiter Nottebaum sieht das zurückliegende Jahr als sehr erfolgreich für Schwerin. "Im TGZ gab es mehrere Ausgründungen und Neubauten, beispielsweise die Errichtung des neuen Firmengebäudes der ds automation. Die Planet IC GmbH plant für dieses Jahr einen Neubau", berichtet der Amtsleiter. Auch im Einzelhandel habe sich 2010 einiges bewegt. Mit der Ansiedlung von Kaufland in der Keplerpassage konnten Arbeitsplätze erhalten werden. Der Neubau eines Edeka-Marktes in Lankow und eines Netto-Marktes in Neumühle benennt Nottebaum als weitere positive Beispiele.

Auch im Bildungsbereich lasse sich eine positive Bilanz ziehen. Der erste Bauabschnitt des Campus am Ziegelsee der SWS Schulen ist fertiggestellt. Die Ecolea habe mit dem Schulneubau an der Knaudtstraße begonnen. Die Stadt saniert das alte Lyzeum am Pfaffenteich. Bereits in diesem Jahr übernehme das Baltic College das Gebäude.

Auch die von der städtischen Wirtschaftsförderung verantwortete Wohnstandort-Vermarktung habe im vergangenen Jahr Früchte getragen, bilanziert Nottebaum. "Erstmals seit der Wende haben wir wieder einen Einwohnerzuwachs verzeichnen können", berichtet der Amtsleiter. Gerade das Neubauvorhaben der städtischen Wohnungsgesellschaft WGS am Ziegelinnensee zeige, dass Auswärtige sich für das Wohnen in Schwerin interessieren.

Grundstücke für 2,5 Millionen Euro verkauft

Durch Verkäufe von Immobilien und Grundstücken habe die Stadt im vergangenen Jahr insgesamt 2,5 Millionen Euro einnehmen können, berichtet der zuständige Abteilungsleiter, Stefan Schlick. Dazu gehöre auch die Freifläche an der Knaudtstraße, auf der jetzt die Ecolea-Schule baue. Parallel können durch diese Verkäufe Schandflecke beseitigt und weitere Investitionen angeschoben werden. So habe die Design Schule die Bergstraße 38 für eine Erweiterung erworben, berichtet Schlick. In der ehemals städtischen Immobilie Hamburger Allee 120 entstehe derzeit ein russisches Pflegeheim. Erweitert werde außerdem das Betreute Wohnen in der Bertha-von-Suttner-Straße. "Der Verkauf der Immobilie Großer Moor 2-6 zeigt auch, dass wir auf diese Weise nachfolgende Millioneninvestitionen anschieben können", sagt Schlick. In diesem Jahr würden vor allem für das ehemalige Standesamt und die Friedrichstraße 22 Käufer gesucht, ebenso für die alte Werderklinik und die ehemalige Polizeiwache in der Schlossstraße.

Darüber hinaus hat die Stadt Schlick zufolge auch selbst Grundstücke angekauft - insgesamt im Wert von rund einer halben Million Euro. Unter anderem hat die Stadt die Wasseranbindung für das Freilichtmuseum Mueß erworben, so der Abteilungsleiter.

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