zur Navigation springen

Schwerin : Internet-Betrüger legen Rechner lahm

vom

"Über einen Virus gelangt diese Software, die Rechner vollkommen lahmlegt, auf die Festplatten", berichtet der Leiter des Schweriner Kriminalkommissariates, Becker. Zwei Anzeigen wurden wegen dieser neuen Betrugsmasche bereits aufgenommen.

svz.de von
erstellt am 22.Apr.2011 | 08:34 Uhr

Schwerin | "Das Betriebssystem wurde im Zusammenhang mit Verstößen gegen die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland gesperrt!" In amtlichem Gewand kommt diese Meldung auf dem Computer-Bildschirm daher, trägt die Schriftzüge von Bundespolizei und Bundeskriminalamt. 100 Euro sollen die Betroffenen innerhalb von 24 Stunden bezahlen, weil sie angeblich unter anderem verbotene Seiten im Internet aufgerufen hätten. Anderenfalls würden ihre ge speicherten Daten unwiderruflich gelöscht.

"Über einen Virus gelangt diese Software, die Rechner vollkommen lahmlegt, auf die Festplatten der Internet-Nutzer", berichtet der Leiter des Schweriner Kriminalkommissariates, Ralf Becker. Zwei An zeigen habe die Polizei in der Landeshauptstadt wegen dieser neuen Betrugsmasche bereits aufgenommen. "Wir gehen aber davon aus, dass es noch weitere Fälle gegeben hat", so Becker. Wer im World Wide Web unterwegs sei, sollte unbedingt ein aktuelles Anti-Viren-Programm auf seinem Computer installiert haben. "Darüber hinaus ist es ratsam, unbekannte Mails gar nicht erst zu öffnen", betont der Kripo-Chef.

Mit dem Thema Internet-Kriminalität muss sich auch die Polizei in der Landeshauptstadt immer häufiger befassen. Insgesamt 296 Fälle bearbeitete die Kripo im vergangenen Jahr, 84 sind es schon im ersten Quartal dieses Jahres. "In rund 90 Prozent der Fälle handelt es sich um Waren- und Warenkreditbetrug", erklärt Sylvio Gode, zustän diger Sachgebietsleiter im Kriminia lkommis sariat. Die restlichen zehn Prozent entfielen etwa auf Beleidigung, Nötigung, Bedrohung, Stalking und das Ausspähen von Daten. Betrüger gäbe es auf beiden Seiten des Rechners, so Gode. Der Klassiker: Online bestellte Ware wird nicht bezahlt oder bezahlte Ware nicht geliefert.

Um bei Online-Auktionen nicht Opfer eines Betruges zu werden, empfiehlt der Sachgebietsleiter, das Be wertungsprofil des Verkäufers genau zu beobachten. "Bei schlechten Bewertungen, aber auch bei offen sichtlich zu günstigen Angeboten, sollte im Zweifel von einem Kauf Abstand ge nommen werden", sagt Gode. Vorsicht sei ebenfalls geboten bei geänderten Liefer- und Rechnungsadressen und abweichenden Kontoinhabern. Ein weiterer Rat des Experten: "Um sich als Internet-Nutzer vor Missbrauch zu schützen, sollte man sichere Passwörter für seine Accounts bzw. das E-Mail-Postfach verwenden." Zeichenkombinationen aus Ziffern und Buchstaben mit großer und kleiner Schreibweise erhöhten die Sicherheit, so Gode. Vor Betrügern besonders geschützt werden sollten zudem Postfächer in Packstationen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen