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Börzow/Pingelshagen: Tag der offenen Töpferei : Individuelle Objekte ohne Schnörkel

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Ein Spiel mit dem Feuer - auf das lässt sich Keramik-Künstlerin Rabe immer wieder ein, wenn sie aus ihrem Ton Objekte zaubert. Denn sie hat sich auf die Raku-Brand-Technik spezialisiert.

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erstellt am 14.Mär.2011 | 11:09 Uhr

Ein Spiel mit dem Feuer - auf das lässt sich Keramik-Künstlerin Antje Rabe immer wieder ein, wenn sie aus ihrem Ton schöne Objekte zaubert. Denn sie hat sich auf die japanische Raku-Brand-Technik spezialisiert. Bei dieser Technik wird nach dem ersten Brennen der Ton glasiert, danach kommt das Kunstwerk in einen Raku-Ofen und wird dabei auf 1000 Grad erhitzt. Wenn die Glasur anfängt zu schmelzen, wird das noch glühende Gefäß aus dem Ofen genommen und in einen Behälter mit Sägespäne getan und verschlossen. Durch den Temperaturunterschied entstehen in der Glasur Risse und Brüche. Die Sägespäne ersticken dann die Glut und die Asche lagert sich in den Rissen ab. So entstehen immer wieder individuelle Kunststücke. "Das Schöne an der Raku-Technik ist, dass man beim Brennvorgang bis zum Schluss dran ist und man weiß nie, was am Ende daraus entsteht", sagt Antje Rabe.

Vom Beginn ihres künstlerischen Schaffens an ist sie dabei und stellt ihre Kunstwerke auf verschiedenen Märkten aus. So auch an diesem Wochenende, beim "Tag der offenen Töpferei". Kunstinteressierte und Keramik-Fans hatten hier an zwei Tagen die Gelegenheit, die Künstlerinnen und Künstler in ihren Werkstätten zu besuchen. Schon viele Jahre kennen Renée Pauls und Susanne Nilius aus Wismar die Künstlerin Antje Rabe und sind überzeugt von ihrem Können. "Wir sind Wiederholungstäter, vor allem wegen der schönen Vasen", sagt Renée Pauls. "Jedes Stück ist sehr individuell, kein Stück gleicht dem anderen und ihre Werke sind sehr edel", so Susanne Nilius. Die diesjährige Ausstellung von Antje Rabe stand unter dem Motto "Zeit der Weiblichkeit" - die Künstlerin betont aber, dass dieses Thema nichts mit Emanzipation zu tun hat: "Es geht darum, dass Mann und Frau zu ihren Stärken zurückfinden und sich dann im Gleichgewicht wiederfinden", sagt Anje Rabe. Ihre Töpferlehre absolvierte die Sozialtherapeutin bei Birke Kästner. Seit 2009 ist Rabe Mitglied im Landesverband Kunsthandwerk Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Auch in Pingelshagen vor den Toren Schwerins bekamen die Keramikfreunde etwas ganz Besonderes geboten. Hier hatte Sylvia Ludwig ihre Porzellanwerkstatt geöffnet. Und mehr noch. Am Sonnabend Vormittag ging es spannend zu. Denn die 31-Jährige öffnete unter den interessierten Blicken der Gäste ihren mit Gas befeuerten Brennofen. "Das ist immer ein spannender Moment", erzählt die Keramikerin. "Erst dann wird klar, ob der Brand geglückt ist." Zuvor musste das von ihr auf der Drehscheibe geformte Porzellan zwölf Stunden lang in einer Hitze von 1300 Grad Celsius gebrannt werden. "Dieses mal waren sehr viele, flache Stücke im Ofen - Teller, Auflauf- und Backformen", erzählt Sylvia Ludwig. Gut zwei Wochen lang hat die Pingelshagenerin daran an der Töpferscheibe gearbeitet und jedes Teil dezent dekoriert. Einen weiteren Tag brauchte sie fürs Einräumen. Denn die Stücke müssen so stehen, dass die Gasflamme jedes erreicht. Und alles hat geklappt: Bei diesem Brand gab es keine Scherben.

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