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Besuch bei den „Bonattis“ : In Wittenburgs Läden wird italienisch gesprochen

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"Ciao", ist ein geflügeltes Wort in Wittenburg, wenn man sich auf der Straße begegnet. Das liegt an den vielen Facharbeitern, die die Spezialfirma Bonatti aus Parma in Italien mitgebracht hat,

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erstellt am 15.Jul.2011 | 10:57 Uhr

"Ciao", ist schon ein geflügeltes Wort in Wittenburg, wenn man sich auf der Straße oder im Einkaufsmarkt begegnet oder verabschiedet. Das liegt an den vielen Facharbeitern, die die Spezialfirma Bonatti aus Parma in Italien mitgebracht hat, um ein fast 70 Kilometer langes Teilstück der Gaspipeline zwischen Lubmin und Reden bei Osnabrück zu verlegen. Auf insgesamt 440 Kilometern wird die Ostseepipeline von Greifswald aus verlängert und soll dann auch Belgien und die Niederlande anbinden.

Zeitweilige Zentrale des Bauunternehmens

Die italienische Firma Bonatti beschäftigt von ihrem momentanen Standort in Wittenburg etwa 360 Mitarbeiter an der größten Baustelle im Landkreis Ludwigslust. "Die meisten davon sind Italiener, die entsprechende Fachausbildungen haben", sagt Martin Nickel von Bonatti Logistik. So schließen die italienischen Fachkräfte unter anderem die wichtigen Schweißnähte zwischen den 18 Meter langen Rohrstücken.

Jetzt machten sich Landrat Rolf Christiansen, Wittenburgs Bürgermeister Norbert Hebinck und Berit Steinberg von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft ein Bild von der zeitweiligen Zentrale des Bauunternehmens in Wittenburg. Dort hat Unternehmer Jürgen Baumgarten auf seinem großen Gelände am Wölzower Weg eine kleine Bonatti-Siedlung entstehen lassen. Innerhalb weniger Monate hatte er bestehende Hallen ausgebaut und sogar eine Kantine eingerichtet, in der auch Landrat Christiansen vom italienischen Schinken probierte. Er kann viel Lob von Seiten der Bauarbeiter und der Koordinatoren von Wingas Transport weitergeben. "Die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltungen sowie der Polizei läuft außerordentlich gut", sagt Sönke Deppe von Wingas Transport. "Alleine heute fahren zwei Tieflader fast ununterbrochen, um schwere Maschinen umzusetzen", sagt Martin Nickel von Bonatti Logistik. Die meisten dieser Sondertransporte werden von der örtlichen Polizei begleitet, deren Beamte mit den Fahrern des Bauunternehmens inzwischen gut bekannt sein dürften.

Vorbereitungen zur Unterquerung der Elbe

Noch zum Jahresende sollen die meisten Arbeiten an der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) abgeschlossen sein. "Denn im März soll die Leitung bereits begast werden", kündigt Sönke Deppe an.

Das nächste Hindernis der Rohrleitung wird in den nächsten Wochen die A24 sein, im August werden dann die Vorbereitungen zur Unterquerung der Elbe beginnen.

Dort werden die Rohre über etwa einen Kilometer Länge 25 Meter tief unter dem Fluss verlegt. Um den Zeitplan einzuhalten, muss die Arbeit so reibungslos weiter laufen, wie bisher. Davon ist Landrat Rolf Christiansen überzeugt: "Es läuft alles ohne große Probleme oder Beschwerden. Das ganze Projekt ist sehr gut vorbereitet." Christiansen freut sich, dass auch Wittenburg und die umliegende Region so vom Bauprojekt NEL profitieren. "Viele der Mitarbeiter sind in Pensionen und Ferienwohnungen untergebracht. Im Einkaufsmarkt hört man viel Italienisch und andere Sprachen und es werden etliche mittelständische Betriebe für unterschiedliche Aufgaben eingespannt", weiß Unternehmer Jürgen Baumgarten, der für die Bonatti-Mitarbeiter schon mehr als ein Gastgeber geworden zu sein scheint.

"Ein benachbartes Unternehmen kümmert sich um Instandhaltung und Reparaturen an unseren Maschinen", sagt Martin Nickel. Und auch die Schwerlasttransporte übernimmt eine Firma aus der Region. "So profitiert der Landkreis indirekt recht gut von dem Bauvorhaben", freut sich Rolf Christiansen.

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