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MV im bundesweiten Ländervergleich auf letztem Platz : In Schwerin sind Psychologen knapp

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Deutschlandweit leiden mehr als vier Millionen Menschen an Depressionen, die behandelt werden müssen. Aber in Schwerin sind Psychologen und Therapeuten knapp.

svz.de von
erstellt am 06.Jul.2011 | 10:38 Uhr

Stress im Job, in der Familie, Krankheit oder Arbeitslosigkeit - deutschlandweit leiden nach einer Studie der Universität Greifswald mehr als vier Millionen Menschen an Depressionen, die behandelt werden müssen. Aber in Schwerin sind Psychologen und Therapeuten knapp. Das ergab eine Analyse der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer (OPK). Wer einen Therapieplatz sucht, muss in der Landeshauptstadt demnach häufig mit Wartezeiten von mehreren Wochen und Monaten rechnen.

Im bundesdeutschen Ländervergleich liegt Mecklenburg-Vorpommern der OPK zufolge bei der psychotherapeutischen Versorgung auf dem letzten Platz. Demnach steht ein niedergelassener Therapeut etwa 12 060 Einwohnern gegenüber, der bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei 5339 Menschen. Für den Nordosten sind bei der Kammer etwa 270 behandelnde Experten gemeldet. Auch in anderen neuen Bundesländern ist die Situation ähnlich prekär.

Versorgung für Kinder sichern

Wegen des Mangels ist die Ostdeutsche Vereinigung bemüht, die Situation für die Patienten zu verbessern. Dafür setzt die OPK in den Bereichen der Notfallpsychotherapie, bei der Geriatrie, also der Altenmedizin, und dem Psychiatrieplan auf die Zusammenarbeit mit anderen Fachorganisationen. Um vor allem den Heranwachsenden eine bessere Versorgung zur Seite zu stellen, müssen einem Beschluss aus Berlin zufolge etwa 20 Prozent der niedergelassen Psychotherapeuten Kinder und Jugendliche behandeln.

Über das mangelnde Nachrücken von Fachkräften kann sich die Kammer allerdings nicht beklagen. An den Universitäten gebe es anhaltenden Zulauf für Psychologie-Studiengänge, teilt die OPK mit.

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