Meteorologischer Winter begann mit Kälterekord : In Marnitz wird der Schnee gewogen

Der Tag begann für Werner Schulz gestern mit dem Schneewiegen.W. Pätzold
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Der Tag begann für Werner Schulz gestern mit dem Schneewiegen.W. Pätzold

"Alles im grünen, oder besser im weißen Bereich", meint Schulz und macht sich gestern Morgen mit seiner Schneewaage auf den Weg aufs Messfeld hinter der Marnitzer Wetterwarte.

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04. Dezember 2010, 01:42 Uhr

Vis-a-vis dem automatischen Schneehöhensensor, der einer futuristischen Gartendusche ähnelt, sticht er ein Metallrohr in die unberührte Schneedecke und entnimmt so eine Probe der weißen Pracht. "So lässt sich die spezifische Wassermenge des Schnees ermitteln. Daraus können Schlussfolgerungen über das zu erwartende Schmelzwasser gewonnen werden", erklärt der Experte. Bei einer Schneehöhe von mindestens fünf Zentimetern gehört nun täglich diese Prozedur zum Dienstalltag. "Das wir damit schon am 3. Dezember beginnen, kommt nicht oft vor, aber Schnee zum meteorologischen Winterbeginn hat es auch in der Parchimer Region schon öfter gegeben", weiß Werner Schulz nach 44 Dienstjahren als Wetterprofi genau. In der Schweriner Wetterwarte, wo er den Job einst von der Pike auf erlernt hat, wurden in dieser Woche mit einer Tagesdurchschnittstemperatur von minus 8,5 Grad Celsius die tiefsten Werte für diesen Tag seit 110 Jahren ermittelt. Wie es weitergeht, bleibt auch für den Profi spannend. "Schlussfolgerungen für den Winter lassen sich nicht ziehen. Selbst die bekannte Regel vom ,Doppelwinter traf nicht immer ein", sagt Werner Schulz. In den Jahren 1962/63 und 1968/69 gab es jeweils aufeinander folgende Winter. Die Wahrscheinlichkeit für Weiße Weihnachten liegt in der Region ohnehin nur bei rund 15 Prozent.

"Insgesamt haben wir ein Jahr der Kontraste erlebt", resümiert der Wetterfrosch der Ruhner Berge. Typisch dafür ist der Herbst 2010 verlaufen. In Marnitz war es von September bis November etwas zu kalt (0,3 Grad Celsius unter dem Durchschnitt) und zu trocken (nur 75 Prozent der üblichen Menge). Nach einen trüben September folgte ein sonnenscheinreicher Oktober. "Mit nur 18 Stunden Sonne und damit 37 Prozent der üblichen Werte war der November viel zu trübe. Das ist einigen aufs Gemüt geschlagen", meint Werner Schulz. Auch wenn er am Heiligabend und dem ersten Feiertag wieder Dienst hat, würde auch er sich über Weiße Weihnacht freuen.

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