In Laage bleiben die Fluggäste weg

von
12. Oktober 2008, 05:53 Uhr

Rostock - Flaute auf dem größten Passagierflughafen Mecklenburg-Vorpommenrs: Die abnehmende Zahl von Charterflügen zu südeuropäischen Urlaubszielen hat die Passagierzahlen am Flughafen Rostock-Laage spürbar zurückgehen lassen. Flughafen-Geschäftsführerin Maria Anna Muller erwartet nach dem Rekordjahr 2007 mit 192 000 Fluggästen für dieses Jahr noch rund 170 000 Passagiere. „Der harte Konsolidierungskurs der Ferienflieger hat uns vom Ziel abgebracht, 200 000 Fluggäste zu erreichen. Statt sieben- bis achtmal pro Woche wie im Vorjahr, ist Air Berlin zum Beispiel nur noch viermal in der Woche mit Urlaubern von Rostock-Laage aus gestartet“, erklärte sie.

Ab November will Air Berlin seine Flüge von und nach Laage ganz einstellen. Sie setze nun alles daran, den Verlust durch Linienflüge von Köln und Stuttgart an die Küste zu kompensieren, sagte Muller. Der Güstrower Kreistag hatte erst am Mittwoch einen erneuten Finanzzuschlag für den Airport bewilligt. Weitere 850 000 Euro an Liquiditätshilfe sollen demnach Rostock, Laage und der Landkreis Güstrow als Gesellschafter gewähren, 302 000 Euro davon aus Güstrow. Damit steigte der Zuschuss für den Flughafen im Jahr 2008 auf 2,6 Millionen Euro.

Die Stadt Rostock hatte bereits den Rückzug aus der Gesellschaft erwogen. Die Gesellschafter pumpen seit Jahren Millionenbeträge in den Flughafen. Selbst 2007, als in Laage ein Passagierrekordgemeldet wurde, verbuchte die Flughafengesellschaft einen Verlust von knapp einer Million Euro. Laut Muller ist in Deutschland kein Flughafen unter 500 000 Fluggästen im Jahr ohne Zuschuss zu betreiben. Rostock sei damit auf absehbare Zeit auf Finanzhilfen angewiesen. Bundesweit würden nur fünf oder sechs Flughäfen schwarze Zahlen schreiben. Linderung erhofft Muller von dem bereits laufenden Linienverkehr des Billigfliegers Germanwings nach Köln und dem Ende März kommenden Jahres beginnenden Flugbetrieb zwischen Rostock und Stuttgart.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen