"In den vergangenen zehn Jahren hat sich nicht viel geändert"

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23. Juni 2010, 08:26 Uhr

Wie aussagekräftig ist die neue Studie?

Kraus: Die neue Studie ist stärker auf die deutschen Lehrpläne und Bildungsstandards bezogen als die PISA-Studien. Sie ist näher an der Schulpraxis. Es ist bestätigt worden, dass ein erhebliches Süd-Nord-Gefälle und ein West-Ost-Gefälle besteht. In den vergangenen zehn Jahren hat sich nicht viel geändert. Man sollte sich endlich an dem orientieren, was die innerdeutschen Testsieger tun.

Was ist das Erfolgsgeheimnis der Testsieger?

Eine höhere Unterrichtsdichte hilft sehr. Schüler im Süden haben nach wie vor mehr Unterrichtsstunden als anderswo in der Republik. Innerhalb der ersten acht Schuljahre kommen leicht 300 oder 400 Unterrichtsstunden mehr zusammen. Zu den Erfolgsgeheimnissen gehören auch Lehrpläne mit einem hohen Verbindlichkeitsgrad.

Welche Rolle spielen Migration und soziale Herkunft?

Die größten Schulprobleme zeigen sich bei Zuwanderern aus dem arabischen und türkischen Raum sowie vom Balkan. Aber mit 14, 15 Jahren ist die Bildungsbiografie nicht abgeschlossen. Es gibt eine hohe Durchlässigkeit nach oben im Bildungssystem.

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