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Ratgeber: Nicht alle Arbeiten sind für Minderjährige erlaubt : In den Ferien eigenes Geld verdienen

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In rund zwei Wochen beginnen in MV und Brandenburg die Sommerferien. Während sich viele Schüler auf Abhängen freuen, wollen sich andere ein bisschen Geld verdienen.

svz.de von
erstellt am 18.Jun.2011 | 01:59 Uhr

In rund zwei Wochen beginnen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg die Sommerferien. Und dann ist auch die vorlesungsfreie Zeit an den Hochschulen und Universitäten nicht mehr fern. Während sich viele Schüler und Studenten auf Ausschlafen, Verreisen und Abhängen freuen, wollen sich andere ein bisschen eigenes Geld verdienen. Das geht - wenn ein paar Vorschriften eingehalten werden.


Wer darf arbeiten?
Kinder unter 13 Jahren dürfen laut Jugendarbeitsschutzgesetz generell nicht arbeiten. Wer 13 oder 14 Jahre alt ist, kann bereits eigenes Geld verdienen, aber nur mit leichten Arbeiten. Dazu gehören nach Auskunft der Experten der Allgemeinen Rechtsschutz-Versicherung (Arag) Babysitten, Einkäufe, Nachhilfeunterricht oder das Austragen von Zeitungen. Pro Tag dürfen 13- und 14-Jährige aber nicht länger als zwei Stunden arbeiten und das auch nur an höchstens fünf Tagen in der Woche in der Zeit zwischen 8 und 18 Uhr. Sonnabend, Sonntag und Feiertage sind tabu. Wichtigste Voraussetzung: Die Eltern müssen die Sache genehmigen.

Wer 15, aber noch nicht 18 Jahre alt ist, gilt nach dem Gesetz als Jugendlicher und darf sich einen Ferienjob suchen. Aber auch dafür gelten Grenzen. So dürfen die Ferienjobber pro Kalenderjahr höchstens vier Wochen - also 20 Tage - arbeiten. Pro Tag dürfen es nicht mehr als acht Stunden sein, pro Woche nicht mehr als 40. Spätestens 20 Uhr muss Feierabend sein, frühestens 6 Uhr darf es morgens losgehen. Sonnabend, Sonn- und Feiertage müssen auch bei den Jugendlichen frei sein. Es gebe allerdings Ausnahmen, beispielsweise in der Gastronomie, so die Arag-Experten. Einschränkungen gibt es auch hinsichtlich der erlaubten Tätigkeiten. Die Ferienjobber dürfen nicht an gefährlichen Maschinen arbeiten, sie dürfen nicht Hitze, Kälte und Nässe, Lärm und Strahlen ausgesetzt sein oder im Akkord arbeiten müssen.


Wie ist der Ferienjobber versichert?
Ferienjobber sind über den Arbeitgeber unfallversichert, egal wie lange das Arbeitsverhältnis läuft oder wie viel Geld gezahlt wird. Unbezahlte Praktika sind ebenso versichert. Das gilt nicht nur für die Arbeit an sich, sondern auch für den Hinweg zur und den Rückweg von der Arbeit. Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt bei einem Arbeits- oder Wegeunfall die Heilbehandlung, die Rehabilitation sowie Lohnersatzleistungen. Nach Auskunft der Arag-Experten sind Ferienjobs oder Praktika im Ausland allerdings nicht über die deutsche gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, auch nicht, wenn es sich um ein deutsches Unternehmen im Ausland handelt.


Welche Abgaben sind zu zahlen?
Bei einem Schülerferienjob müssen keine Sozialabgaben gezahlt werden, sofern dieser auf höchstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage begrenzt ist. Ab einem monatlichen Verdienst von 900 Euro werden nach Auskunft des Neuen Verbandes der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) allerdings Steuern fällig. Diese können jedoch mit Hilfe einer Ein kommensteuererklärung im folgenden Jahr zurückgeholt werden.

Studenten, die übers Jahr mehrere Jobs ausüben, müssen alle Tage zusammenrechnen. Werden es mehr als zwei Monate oder 50 Tage können alle ihre Arbeitsverhältnisse sozialversicherungspflichtig werden.

Außerdem gilt: Jugendliche dürfen im Jahr 8004 Euro verdienen, ohne Steuern bezahlen zu müssen. Haben sie höhere Einkünfte, müssen sie sich eine Steuer-Identifikationsnummer besorgen, weil Steuern fällig werden können.


Ist das Kindergeld in Gefahr?
Diesen Aspekt dürfen volljährige Kinder nicht außer Acht lassen. Damit der Kindergeldanspruch nicht gefährdet wird, dürfen sämtliche Einkünfte des Kindes die Grenze von 8004 Euro nicht übersteigen. Bei der Berechnung der Einkünfte können von den Einnahmen jedoch 920 Euro als Werbungskosten-Pauschale oder aber nachgewiesene höhere Werbungskosten, Sozialversicherungsbeiträge und bei Studenten zusätzlich Ausbildungskosten abgezogen werden.

Entfällt der Kindergeldanspruch hat das auch Folgen für andere staatliche Leistungen wie den Kinder- und den Ausbildungsfreibetrag.

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