In Brüsewitz nur noch Grundschule: Land bestätigt Schulentwicklungsplan für Nordwestkreis

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07. April 2008, 07:11 Uhr

Das Aus für die Regionale Schule in Brüsewitz in nun amtlich. Das Land stimmte jetzt dem vor Ort mühsam errungenen und vom Nordwestkreis übernommenen Kompromiss zur Schulstruktur im Amt Lützow-Lübstorf zu. Brüsewitz behält demnach nur die Grundschule.

„Letztlich gab es im Amt Lützow-Lübstorf eine Regionale Schule zu viel. Die in der Mitte gelegene wird geschlossen.“ So sieht Kerstin Weiss, Leiterin des Schulverwaltungsamtes beim Landkreis Nordwestmecklenburg, von Grevesmühlen aus die künftige Schulstruktur. Weiss ist froh, dass nach heftigen Turbulenzen in den Vorjahren der in der Region gefundene Kompromiss ab Beginn des neuen Schuljahres umgesetzt werden kann: Die Brüsewitzer lösen ihre Regionale Schule auf, entwickeln ihr Gebäude zur Grundschule mit Ganztagsangeboten weiter – und erhalten so den Standort.

Zugleich werden die Regionalen Schulen mit Grundschulen in Lützow und Lübstorf gestärkt. Denn die Mädchen und Jungen aus Grambow gehen ab Klasse 5 nach Lützow, die Kinder aus Brüsewitz und Cramonshagen nach Lübstorf. Die Draguner wechseln nach Gadebusch. „Auf Wunsch der Eltern aus Dragun und Cramonshagen können deren Kinder aber auch nach Mühlen Eichsen gehen“, ergänzt Weiss. Das im Amtsauschuss Lützow-Lübstorf beschlossene Modell hatte der Nordwestkreis bei der vom Land geforderten „Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung“ übernommen. Jetzt genehmigte das Bildungsministerium dieses bis 2011 gültige Papier.

„Wir haben lange auf diese Entscheidung gewartet, obwohl sie uns die ungünstigste Variante beschert, denn nach der ersten Festlegung sollten die Regionalschüler geschlossen wechseln und nicht auf vier Standorte aufgeteilt werden“, räumt der Brüsewitzer Schulleiter Uwe Döffinger ein. „Aber dass es nicht wie bisher weitergehen konnte, war angesichts der deutlich sinkenden Schülerzahlen klar. Ich hoffe nur, dass jetzt Ruhe einzieht.“

Die Schulleiter haben sich bereits untereinander verständigt, so Döffinger, um den Übergang so weit wie möglich zu erleichtern. So soll es schon bald einen Tag der offenen Tür an den vier Standorten geben, damit Schüler und Eltern die für sie neue Einrichtung kennen lernen können. Der Großteil der Mädchen und Jungen, etwa 60 an der Zahl, wechselt von Brüsewitz nach Lübstorf. Auch für 12 der 19 Lehrer wird sich der Arbeitsort ab dem neuen Schuljahr ändern.

Brüsewitz will noch einen weiteren Schritt gehen, um zukunftsfähige Schulstrukturen im Amtsbereich zu erhalten. „Unser Schulverband wird sich auflösen. Wir streben eine Amtsschule gemeinsam mit Lübstorf an. Lützow kann jederzeit hinzukommen“, erläutert Bürgermeister Manfred Dutz.

Mühlen Eichsen muss Mindestschülerzahl erreichen
Für Mühlen Eichsen ist die Zahl 36 von entscheidender Bedeutung. Werde sie bei den künftigen fünften Klassen unterschritten, sei die weitere Bestandsfähigkeit der Regionalen Schule mit Grundschule nicht mehr gegeben, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums.

Was dramatisch klingen mag, löste in Mühlen Eichsen, im Amt Gadebusch und in der Grevesmühlener Malzfabrik erstaunliche Gelassenheit aus. Dort rechnet niemand damit, dass der
Regionalschulteil vor 2011 dem Rotstift zum Opfer fällt. „Weder Schüler noch Eltern müssen verunsichert sein“, sagte gestern Schulleiterin Sybille Schläger.

Auch der Gadebuscher Hauptamtsleiter Matthias Jankowski verweist auf eine Prognose. „Wir gehen zu 100 Prozent davon aus, dass sich am Standort Mühlen Eichsen bis 2011 nichts ändert und die Mindestschülerzahlen erreicht werden. Dieses Jahr werden 41 statt der geforderten 36 Kinder in die Klassenstufe 5 wechseln“, rechnet Jankowski.

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