SSC-Volleysballerinnen gut angekommen und untergebracht : In Baku teuer verkaufen

Auf die SSC-Volleyballerinnen – hier Mittelblockerin Nadja Schaus  (r.)  – wartet in Baku eine Hammeraufgabe. Albrecht
Auf die SSC-Volleyballerinnen – hier Mittelblockerin Nadja Schaus (r.) – wartet in Baku eine Hammeraufgabe. Albrecht

Am Sonntagmorgen ging es dann für die Volleyballerinnen des Schweriner SC um 9 Uhr los. Von Hamburg über Moskau landete der 20-köpfige SSC-Tross gegen 1 Uhr nachts in Baku.

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22. Februar 2011, 06:37 Uhr

„Wir freuen uns auf Baku und sind richtig gespannt darauf, wie es da so ist“, hatte SSC-Mittelblockerin Nadja Schaus noch am Sonnabend nach dem 3:0-Erfolg über VT Aurubis Hamburg gesagt. Am Sonntagmorgen ging es dann für die Volleyballerinnen des Schweriner SC um 9 Uhr los. Von Hamburg über Moskau landete der 20-köpfige SSC-Tross gegen 1 Uhr nachts (Ortszeit/drei Stunden Zeitverschiebung) mit nur „20 Minuten Verspätung“ in der aserbaidshanischen Hauptstadt am Kaspischen Meer. Dort steigt heute ab 18 Uhr das Viertelfinal-Hinspiel im Challenge Cup bei Lokomotive Baku.
Fleisch im Gepäck für Kathleen Weiß
Ohne Probleme kam die Mecklenburger Reisegruppe durch den Zoll etc. Nadja Schaus dürfte dreimal aufgeatmet haben. Denn sie hatte in ihrem Koffer „Extragepäck“ für die deutsche Nationalspielerin Kathleen Weiß, die beim SSC groß geworden ist. In dieser Saison steht die Zuspielerin bei Igtisadchi Baku unter Vertrag. „Ich habe von Kathleens Mama einen Rucksack bekommen. Kathleen hat sich gewünscht, dass wir ihr Fleisch mitbringen. Das ist da ein bisschen schwierig. Schwein gibt es sowieso nicht. Und das andere soll sehr fettig sein. Für Kathleen machen wir das doch gern“, so Nadja noch vor dem Abflug. Kathleen Weiß will sich heute das Spiel der Schwerinerinnen ansehen. Sie selbst und ihr Verein spielen erst einen Tag später zu Hause – ebenfalls im Viertelfinale des Challenge Cups – gegen Kralovo Brno. Und sollten sowohl der SSC als auch Igtisadchi eine Runde weiterkommen, dann trifft man sich im Halbfinale auf sportlicher Ebene.
„Auf den Flügen und auch bei der Ankunft in Baku lief alles bestens. Gut eine Stunde später waren wir dann im Hotel. Wer noch etwas essen wollte, konnte noch einen kleinen Snack zu sich nehmen. Aber die meisten Mädels wollten nur noch ins Bett“, berichtete Martin Herrmann, SSC-Geschäftsstellenmitarbeiter, unserer Redaktion am Handy aus Baku. Das Hotel und das Essen sei qualitativ hochwertig. „Vom Essenssaal im vierten Stock haben wir einen tollen Blick auf das Meer.“
Gestern war erst für 10 Uhr das Frühstück angesetzt. Danach ging die Mannschaft knapp zwei Stunden spazieren, um frische Luft zu schnappen. Da durfte dann ein Blick auf den bedeutenden Erdölhafen Bakus nicht fehlen und ein kleiner Bummel durch die Altstadt, die seit dem Jahr 2000 den Status Unesco-Weltkulturerbe besitzt. Doch nach der Mittagsruhe war der Blick nur noch auf Lokomotive Baku gerichtet. Am Nachmittag gab es ein intensives Videostudium, bevor SSC-Trainer Tore Aleksandersen seine Mannschaft von 18 bis 20 Uhr zum Training bat.
Top-Legionärinnen im Lokomotive-Kader
„Das wird ein hammerhartes Spiel. In Baku zu gewinnen, wird verdammt schwer. Wir sind sicher der Außenseiter. Aber trotzdem werden wir voll drauf gehen und uns so teuer wie möglich verkaufen“, so der norwegische Coach. Er hatte schon am Donnerstagabend mit dem Videostudium des heutigen Gegners begonnen: „Die spielen mit viel Druck und Power und sehr variabel.“
Und wenn man die Mannschaftsaufstellung sieht, weiß man, dass das ein ganz anderes Kaliber ist als ZOK Rijeka und VDK Gent Dames in den Runden zuvor. Zum Beispiel: Auf der Libero-Position steht Nicole Davis, die 2008 mit den USA Silber bei den Olympischen Spielen in Peking gewonnen hat. Mit Nancy Jean Metcalf und Kristin Richards greifen auf Außen ebenso zwei US-Nationalspielerinnen an. Und mit der 36-jährigen Peruanerin Elena Keldibekova haben sie eine top-erfahrene Zuspielerin. Das sind nur vier von zehn Ausländerinnen im Kader von Lok Baku. Aber Tore Aleksandersen ist überzeugt: „Wir haben die Chance weiterzukommen. Das wird eine ähnliche Auseinandersetzung wie vor einem Jahr mit dem Topteam von Busto Arsizio. Da fehlten uns aber ein paar Kleinigkeiten in den entscheidenden Momenten. Wir sind jetzt aber auch ein Jahr weiter“, so der Trainer. In Arsizio hatte der SSC knapp 2:3 verloren, in Schwerin dann 1:3.
Aber letztendlich ist es egal, wie die SSC-Volleyballerinnen heute spielen. Es kommt alles auf das Rückspiel an – dank der Europapokal-Regel. Eine Mannschaft benötigt zum Weiterkommen zwei Siege. Wenn beide Teams jeweils einen Sieg verbuchen konnten, egal wie, entscheidet der Golden Set. Dieser wird wie der Tiebreak bis 15 Punkte gespielt. Das bedeutet: Sollte der SSC heute 0:3 verlieren, muss er das Rückspiel – und wenn mit 3:2 – gewinnen. Dann kommt der von Tore Aleksandersen eigentlich verdammte Golden Set zum Tragen. Vielleicht ist er ja in diesem Duell die Rettung.

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