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12. Dezember 2017 | 03:51 Uhr

Imposant, aber giftig und dominant

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erstellt am 02.Aug.2010 | 05:52 Uhr

Perleberg | Ausgewachsen ist sie recht imposant und dekorativ - die Herkulesstaude oder auch Riesenbärenklau genannt. Das verschaffte ihr augenscheinlich die "Einreise" in unsere Breiten. Denn Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Staude, deren Heimat der Kaukasus ist, gern in Grünanlagen von Herren- und Gutshäusern gepflanzt, weiß Antje Hartwig, zuständig für Umwelt- und Naturschutz bei der Stadt, zu berichten. Nun hat die Herkulesstaude, die über drei Meter groß werden kann, aber ein sehr einnehmendes Wesen und "keine natürliche Feinde hier", fügt die Umweltfachfrau an. Denn mit unserem Klima kommt sie offensichtlich sehr gut zurecht. Flussläufe und Wiesen bevorzugt sie allerdings. Und hier breitet sie sich in rasanter Geschwindigkeit aus, macht der einheimischen Flora den Lebensraum streitig.

Auch im Perleberger Bereich sind einige Standorte bekannt, wird die Pflanze hier und da schon zu einem Problem, das der Landkreis mit Argusaugen im Blick hat. Der Grund: In der Näher befindet sich das Naturschutzgebiet Stepenitz und man wolle natürlich nicht, dass die Herkulesstaude sich hier womöglich ansiedelt und ausbreite, heißt es dazu aus der Pressestelle der Kreisverwaltung.

An der Gartenanlage an der Neuen Mühle und auch auf der gegenüberliegenden Stepenitzseite sowie in Lübzow Ausbau habe man größere Vorkommen registriert, listet Antje Hartwig Standorte auf. Mitarbeiter des Stadt betriebshofes haben einen Teil der Pflanzen bereits beseitigt, sprich sie ausgegraben und die Dolden anschließend verbrannt. "Mähen hilft hier nicht, denn der Riesenbärenklau vermehrt sich über Samen und Wurzelausläufer", so die Fachfrau. Etwa 15 Zentimeter unter der Erdoberfläche sollte man die Pflanze abstechen. Und diese Prozedur unter Umstände mehrere Jahre hintereinander wiederholen, da der Samenvorrat zumeist schon im Boden ist, sogenannte schlafende Knospen wieder austreiben.

"Insofern wollen wir künftig auch weitaus früher agieren, bevor die Blütenstängel geschoben haben", betont Antje Hartwig. Im Klartext: Anfang Mai werden die bekannten Standorte in Augenschein genommen und den "Emporkömmlingen" der Garaus gemacht. In Grünanlagen könnte man eventuell auch mit Herbiziden die Pflanze, die nicht nur die einheimische Vegetation verdrängt, bekämpfen. Sie ist auch giftig, wurde 2008 zur Giftpflanze des Jahres ernannt. Sie bildet photosensibilisierende Substanzen namens Furano cumarine, die in Kombination mit Sonnenlicht toxisch wirken. Bloße Berührungen und Tageslicht können bei Menschen zu schmerzhaften Quaddeln oder sogar schwer heilenden Verbrennungserscheinungen (Photodermatitis) führen. Insofern sollte man stets Schutzkleidung tragen, vor allem auch Gesicht und Augen schützen, wenn man die Pflanze aus dem Vegetationsbereich verbannen will.

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