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22. Oktober 2017 | 17:22 Uhr

Impfstoff in Güstrow verfällt

vom

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2010 | 07:16 Uhr

Güstrow | In Kühlhäusern im Land drohen 120 000 eingelagerte Impfdosen gegen Schweinegrippe zu verfallen. Der Grund: In diesem Monat laufe das Haltbarkeitsdatum der ersten Chargen ab, sagt Heiko Will, Leiter des Landesamtes für Gesundheit und Soziales Rostock.

570 Impfdosen hatte das Gesundheitsamt im vergangenen Herbst bei Ausbruch der Pandemie als erste Einrichtung im Landkreis erhalten und sie u.a. an die Krankenhäuser Güstrow, Bützow und Teterow, an das Pflegeheim Lohmen, den Flughafen Laage und die Justizvollzugsanstalt Bützow sowie zwei Betriebsärzte weiter gegeben. Später wurden niedergelassene Ärzte und die Apotheken versorgt. 330 seien verbraucht worden, so Christine Horn, Mitarbeiterin im Gesundheitsamt.

In Güstrow sind im Gesundheitsamt noch 50 Dosen im Kühlschrank. "Wer will, kann sich gegen die Neue Influenza noch impfen lassen", so Dr. Kerstin von der Oelsnitz, Leiterin des Gesundheitsamtes der Kreisverwaltung. Sei das Verfallsdatum erreicht - die Ärztin rechnet aber nicht mehr mit vielen Impfwilligen-, werde man sie an das Sozialministerium zurückgegeben. Dem Landkreis entstünden dadurch keine Kosten, erklärt sie.

Insgesamt wurden seit Herbst 2009 372 000 Impfdosen in den Nordosten geliefert. "Davon wurden 254 000 Dosen an Ärzte, Apotheken und Gesundheitsämter ausgeliefert, die rund zehn Prozent der Bevölkerung von Mecklenburg-Vorpommern hätten impfen können", so Will.

Derzeit liefen pharmazeutische Untersuchungen, ob sich der nicht mehr nachgefragte, aber schon hergestellte Impfstoff gegen die Neue Influenza A/H1N1 für eine allgemeine Grippeschutzimpfung nutzen lasse, sagt Will. Dafür könnten dann auch die Dosen genutzt werden, die noch beim Hersteller liegen, aber von Mecklenburg-Vorpommern geordert wurden und bezahlt werden müssen. Allein das seien noch 330 000 Impfdosen, knapp so viele, wie bereits an das Land ausgeliefert wurden. Seine Gesamtbestellung hatte Mecklenburg-Vorpommern schon um ein Drittel herunterhandeln können.

Kerstin von der Oelsnitz glaubt nicht, dass der übrig gebliebene Pandemie-Impfstoff für die Grippeschutzimpfung ab September genutzt wird, weil der neue Grippeimpfstoff die Komponente H1N1 enthalten wird. "Er ist getestet und sicher", so die Amtsärztin. Sie betont das im Zusammenhang mit der Herstellung des ersten Impfstoffes im vergangenen Jahr, der schnell produziert worden sei. Dabei sei das Problem des Impf stoffverstärkers mit seinen Nebenwirkungen, die aber nie nachgewiesen werden konnten, aufgetaucht, erinnert von der Oelsnitz an eine Diskussion, die zu Unruhe in der Bevölkerung führte.

Im Landkreis Güstrow gab es 150 Schweinegrippe-Fälle (Land: 5100). Ein Mensch kam ums Leben (Land: vier). Vier Patienten mussten im Krankenhaus behandelt werden (Land: 140).

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