Vier Magazinbeuten am Dorfrand von Gneven entwendet : Imker sauer: Bienenvölker gestohlen

Seine Bienenvölker hat  Hobbyimker Heiko Stolle gut  über den Winter bekommen. An warmen Tagen wie diesen fliegen sie fleißig aus.Heidrun Pätzold
Seine Bienenvölker hat Hobbyimker Heiko Stolle gut über den Winter bekommen. An warmen Tagen wie diesen fliegen sie fleißig aus.Heidrun Pätzold

Einen Bienenstand mit mehreren Völkern betreute Hobbyimker Heiko Stolle in Gneven am Ortseingang aus Richtung Godern kommend. Regelmäßig sah er nach den Magazinbeuten, denn die neue Saison stand unmittelbar bevor.

von
09. Mai 2011, 07:35 Uhr

Gneven | Einen Bienenstand mit mehreren Völkern betreute Hobbyimker Heiko Stolle in Gneven am Ortseingang aus Richtung Godern kommend. Regelmäßig sah er nach den Magazinbeuten (Unterkunft der Honigbienen), denn die neue Saison stand unmittelbar bevor. "Ich wollte klar Schiff machen, schauen, ob mit den Völkern alles in Ordnung ist." Als er am 17. April wieder vor Ort war, sah er gleich, dass etwas nicht stimmte. Die Blechhauben, mit denen die Beuten abgedeckt waren, lagen herum. Um dann bemerkte er, dass vier Magazinbeuten gänzlich fehlten. Lediglich die Untergestelle, auf denen die Magazine standen, sind geblieben.

Dieb hat sich gezielt vorbereitet

Stolle ist sauer: Das sei kein Scherz von kleinen Jungs. Hier habe jemand ganz bewusst die Völker gestohlen, mit großer Wahrscheinlichkeit sei es einer gewesen, der sich ebenfalls mit der Bienenzucht auskennt, also ein Imker. Denn man brauche schon Fachwissen, um mit Bienen in dieser Größenordnung umgehen zu können. Der Schweriner, der als Systemtechniker arbeitet, mutmaßt: Da wollte es sich einer ganz einfach machen und mit gestohlenen Völkern in den nächsten Wochen Honig ernten.

Dass ausgerechnet vier Magazinbeuten mitgenommen wurden, erklärt Stolle so: Auf einen Pkw-Anhänger passen gerade vier rauf.

Und, so meint er weiter, der Dieb müsse sich gezielt vorbereitet haben. Die Behälter müssen auf dem Anhänger mit Gurten festgezurrt werden, damit sie auf der Fahrt nicht ins Rutschen kommen. Außerdem verschließt man bei Fahrten die Fluglöcher, damit die Bienen unterwegs nicht das Weite suchen. Stolle glaube auch nicht, dass der Dieb die Bienen nach der Honigernte, also etwa Ende August, gut versorgt. Denn dann komme die Zeit, da mit Zuckersirup zugefüttert werden müsse. Außerdem geht es um die Bekämpfung von Milben. Auch das gehört für einen Züchter dazu, meint der 44-Jährige. Wer ausschließlich die Honigernte im Sinn habe und sich nicht für die Hege interessiere, sei für ihn kein Imker, betont er.

Seinen Schaden, der durch den Diebstahl entstanden ist (Bienenvölker, Magazinbeute und Ertragsausfall), schätzt er auf rund 2000 Euro.

Stolle fragte bei Gnevenern nach, die in der Nähe seines Bienenstandes wohnen, ob diese etwas von dem Diebstahl bemerkt hatten. "Leider nein", weiß er mittlerweile.

Eine Anzeige bei der Polizei habe er natürlich aufgegeben. Die Chance, den Dieb ausfindig zu machen, schätzt er selbst als gering ein. Seine Magazine, die grün gestrichen sind, tragen in einem Kreis die Initialen HS. Deshalb auch kam die Versicherung wenigstens anteilig für den Schaden auf.

Der Hobbyimker hat überlegt, ob er die anderen Bienenvölker noch an diesem Standort lässt. Optimal sei die Fläche sowieso nicht gewesen. Wenn die Sonne nicht mehr auf den Südhang scheint, sei es recht kühl. Daher hat er die restlichen Magazinbeuten jetzt abgezogen und diese an anderen Standorten aufgestellt.

Insgesamt betreut der Hobbyimker 20 bis 25 Bienenvölker. Einige stehen auch auf dem elterlichen Grundstück in Raben Steinfeld bzw. in der Nähe von Rapsschlägen.

Mit der Bienenzucht seit 25 Jahren vertraut

Mit der Bienenzucht vertraut ist Heiko Stolle seit 25 Jahren, er habe das Handwerk von seinem Vater gelernt und betreibt die Imkerei nebenberuflich. Heiko Stolle gehört dem Schweriner Verein Am Krebsbach an, der 14 Mitglieder zählt, und leitet diesen auch.

Der Diebstahl bei Gneven ist kein Einzelfall, weiß Heiko Stolle. Das sieht auch Wolf-Dieter Feldkamp, 1. Vorsitzender des Landesimkerverbandes Mecklenburg und Vorpommern, so. Seitdem die Beuten auf Empfehlung des Verbandes gekennzeichnet werden, seien es weniger Diebstähle geworden. Aber leider kommen sie immer wieder vor.

Entmutigen lassen will sich Heiko Stolle dennoch nicht. Er geht seiner Freizeitbeschäftigung nach wie vor gern nach. Denn, so betont der Schweriner, die Honigbiene habe große Bedeutung. Sie zählt zu den wichtigsten Nutztieren der Welt. Ihre Hauptaufgabe ist das Bestäuben von Obst-, Gemüse- und Wildpflanzen. Und das sei keineswegs zu unterschätzen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen