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Ordnungsamt befreit leidenden Vierbeiner : Im tiefsten Morast allein gelassen

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Die Füße im feucht-modrigen Morast und offenbar ohne Fressen, so musste ein gequälter Vierbeiner die vergangen Tage verbringen. Der Vierbeiner war angeleint und hatte dadurch keine Chance zur Flucht.

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erstellt am 14.Jul.2011 | 08:03 Uhr

Bützow | Die Füße im feucht-modrigen Morast oder auf einer glitschigen Baumwurzel und offenbar ohne Fressen, so musste ein gequälter Vierbeiner die vergangen Tage verbringen. Unbekannte hatten den mittelgroßen, schwarzen Hund nahe des kleinen Trampelpfades an der Warnow bei der Bahnhofsstraße ausgesetzt. Der Vierbeiner war angeleint und hatte dadurch keine Chance zur Flucht.

"Er musste auch den Regen am Mittwoch sowie in der Nacht zu Donnerstag ertragen", sagt Klaus Rambow vom Bützower Ordnungsamt. "Wäre keine Hilfe gekommen, wäre er dort verendet."

Doch eine Bützowerin, die mit ihrem eigenen Hund des Öfteren auf dem versteckten Trampelpfad Gassi geht, entdeckte das leidende Tier und meldete ihren "Fund" beim Ordnungamt. Wie Rambow wurde auch sie von den großen dunklen Augen des Vierbeiners flehentlich angeschaut. Auch das Bellen des Tieres klang auf sie nicht wirklich bedrohlich - vielmehr hörte es sich wie Verzweiflungsrufe an. Als die Frau das Tier bereits am Mittwoch am Baum angeleint sah, habe sie sich noch nichts dabei gedacht, erzählt Rambow. "Das Herrchen hätte ja auch zum Angeln auf der Warnow sein können."

Doch als die Bützowerin gestern erneut beim Gassigehen auf den Vierbeiner stieß, verständigte sie das Ordnungsamt. "Sie hatte ihm noch etwas zum Fressen gegeben, das sie zufällig dabei hatte", sagt Klaus Rambow.

Nur wenige Stunden später befreiten er und Kollegen das Tier aus seinem feucht-morastigen Lager und brachten es in einen Zwinger im Bauhof. "Dem Hund geht es den Umständen entsprechend gut", sagt er. Er werde dort gut versorgt, habe Futter, Wasser und war nachmittags schon wieder zugänglich, so Rambow.

Klaus Rambow ist entsetzt und sprachlos zugleich über diese Tat. Dass er und seine Kollegen ausgesetzte, aber freilaufende Tiere aufgreifen, komme fast wöchentlich vor, sagt er. Doch dass ein Tier angeleint und dann verlassen wird, erlebe er nur höchst selten. "Wir erstatten natürlich Anzeige, denn es wurde gegen die Hundehalter-Verordnung und den Tierschutzgesetz verstoßen", so Rambow.

Der Vierbeiner, der ein rotes Halsband trägt, erholt sich derweil im Bauhof von den Strapazen der vergangenen Tage. Das Ordnungsamt wird ihn dort etwa eine Woche lang versorgen. Sollten bis dahin keine Hinweise über den Besitzer beim Amt eingegangen sein, kommt der Hund ins Tierheim und wird von dort weiter vermittelt. Das Ordnungsamt bittet um Mithilfe: Wer Hinweise zum Tier oder dem Halter geben kann, melde sich bitte unter 03 84 61/50 172.

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