Im Team rumort es

Angesichts des verpatzten Saisonstarts rumort es im Team von Fußball-Zweitligist Hansa Rostock. Gestern gerieten Enrico Kern und Diego aneinander. Interimscoach Juri Schlünz muss sich neben den Beinen auch um die Köpfe der Kicker kümmern.

svz.de von
12. November 2008, 07:50 Uhr

Rostock - Nach einem lockeren Aufgalopp am Dienstag zog Interimscoach Juri Schlünz gestern die Zügel an und bat beim Fußball-Zweitligisten Hansa Rostock zweimal zum Training. „Wir müssen die Grundtugenden wieder in die Waagschale werfen: kämpfen, dagegenhalten und bis zur letzten Minute rennen, schnell rennen“, sagte der 47-Jährige.

Damit die Truppe diese einfachen Dinge des Fußballs wiederentdeckt, standen gestern hauptsächlich Zweikampf-Übungen auf dem Programm. In Spielformen eins gegen eins, zwei gegen zwei oder drei gegen drei ging es dabei intensiv zur Sache.

Aber nicht nur um die Beine, sondern auch um die Köpfe der Kicker muss sich der Coach kümmern. Denn teilweise rumort es gewaltig. Es herrscht Unzufriedenheit und angesichts des verpatzten Saisonstarts mit Platz zwölf und nur 14 Zählern aus zwölf Begegnungen ist der Druck groß, zerrt an den Nerven. Das hat Folgen: Gestern Vormittag gerieten Abwehrmann Diego und Angreifer Enrico Kern aneinander, lieferten sich einen heftigen verbalen Disput kurz vor dem Ende der Einheit.

Vor allem der Brasilianer war kaum zu bändigen, konnte auch von mehreren Mitspielern nur schwer zurückgehalten werden. Erst eine deutliche Ansage von Schlünz („Diego, beruhige dich jetzt mal wieder. Sonst setzt du dich in dein Auto und fährst nach Hause.“) beendete die Auseinandersetzung. Am Ende des Trainings führte der Coach ein klärendes Gespräch mit dem Brasilianer.

Im Anschluss nahmen die Beteiligten den Ernst aus der Situation und spielten sie herunter. „Früher war das normal. So etwas gehört zum Fußball dazu. Zu meiner Zeit als Aktiver kam das häufiger vor, und das war auch gut so. Mehr möchte ich dazu nicht sagen“, erklärte Juri Schlünz. Aggressivität auf dem Platz ist grundsätzlich positiv. Eine der Hauptaufgaben des Trainers in den kommenden Tagen wird es sein, diese in die richtige Bahn zu lenken.

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