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PL-Bereich des Schulzentrums Dömitz : Im Praxislernen Trabant aufgebaut

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Toni Mertins kann stolz sein: Innerhalb von drei Monaten hat der Schüler im Produktiven Lernen am Gymnasialen Schulzentrum Dömitz einen Trabant Kombi zusammengebaut.

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erstellt am 23.Jun.2011 | 10:16 Uhr

Toni Mertins (16) kann stolz sein: Innerhalb von drei Monaten hat der Schüler im Produktiven Lernen (PL) am Gymnasialen Schulzentrum Dömitz einen Trabant Kombi zusammengebaut. Das Rohmaterial lieferten zwei herunter gekommene Autos dieses Typs. Tatkräftige Hilfe erhielt Toni von seinem Bruder Michael (27), seinem Vater und einigen Sponsoren. Gestern war Übergabe des fahrtüchtigen Autos auf dem Schulhof. Der Titel "Ein himmelblauer Trabant" erschallte aus den Boxen. Er passte zwar nicht ganz zu dem grasgrünen Fahrzeug, der guten Stimmung tat das dennoch keinen Abbruch. Toni übergab das Auto Schulleiter Klaus Niemann, der schon verriet, dass der Trabbi dem Produktiven Lernen als "Dienstfahrzeug" dient.

Eine Mappe dokumentiert die mühevollen Schritte, die man dem jetzigen Auto gar nicht mehr ansieht. Rost musste akribisch abgekratzt werden, die Teile brauchten Grundierung und schließlich den Lack. Am meisten Spaß machte dem Boldelaer das Auseinandernehmen der beiden Autos, die als Grundlage dienten. Am kniffligsten waren die Beseitigung des Rosts und die Instandsetzunsarbeiten an der Vorderachse. Die Arbeit hat aber so viel Spaß gemacht, dass weitere Trabbi-Aufbauten folgen sollen, verrät Tonis Bruder - die dann aber für private Zwecke. Maßgeblichen Anteil am Gelingen des Projektes haben auch die Firmen "Fahrzeugtechnik und Lackierung Klame" sowie "Reifen Kuropka". Sie gehören zu den Praxisbetrieben, die bei der Lernform des Produktiven Lernens im Mittelpunkt stehen.

Das Schuljahr wird in Trimester eingeteilt (3-Monats-Zyklus). Die Schüler arbeiten an drei verschiedenen Praxislernorten, die sie sich nach ihren eigenen Interessen und Neigungen aussuchen können. An zwei Tagen in der Woche ist Unterricht in der Lernwerkstatt der Schule.

Nach jedem Trimester gibt es einen Semesterbericht und ein Punktezeugnis. Am Ende des Schuljahres werden die Punkte in Noten umgerechnet. Nach zwei erfolgreichen Schuljahren können die Jugendlichen den Abschluss der Berufsreife oder aber auch die Berufsreife mit Leistungsfeststellung erhalten.

16 Teilnehmer hat das Produktive Lernen in Dömitz. Die Elbestädter gehören damit zu den Vorreitern im Lande. In Westmecklenburg gibt es dieses Angebot ansonsten nur noch in Schwerin und Lübz, so Pädagogin Angela Hopfengärtner. Die Schüler sind in zwei Klassen aufgeteilt. Sieben Jugendliche aus der einen und sechs aus der anderen Klasse haben sich vorgenommen, die mittlere Reife, also den Abschluss der 10. Klasse, zu erreichen.

Das Angebot ist gefragt, besonders bei denen, die mit dem normalen Schulbetrieb nicht zurechtkommen. Und es kann erfolgreich sein, wie Toni Mertins zeigt.

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