Schwerin : Im Juni Baustart in der alten Brauerei

Die Farbe blättert nur noch bis zum Frühsommer. Im Juni will der Schweriner Architekt Ulrich Bunnemann mit der Sanierung des alten Büroflügels loslegen. Dort sollen eine Arztpraxis und  Wohnungen entstehen. Foto: Reinhard Klawitter
Die Farbe blättert nur noch bis zum Frühsommer. Im Juni will der Schweriner Architekt Ulrich Bunnemann mit der Sanierung des alten Büroflügels loslegen. Dort sollen eine Arztpraxis und Wohnungen entstehen. Foto: Reinhard Klawitter

Eigentlich wollte Architekt Ulrich Bunnemann schon im Frühjahr mit der Sanierung der alten Brauerei beginnen. Jetzt wird die Baugenehmigung für die Industriebrache an der Knaudtstraße Ende Mai erwartet.

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23. Mai 2013, 11:52 Uhr

Ehrgeizig: Eigentlich wollte Architekt Ulrich Bunnemann schon im Frühjahr mit der Sanierung der alten Brauerei beginnen. Jetzt wird die Baugenehmigung für die Industriebrache an der Knaudtstraße Ende Mai erwartet. "Das ist toll. Wir wollen im Juni anfangen", sagt Bunnemann. Los geht es mit dem ehemaligen Bürotrakt direkt am Eingang der Knaudtstraße. Dort sollen eine Arztpraxis und Wohnungen entstehen. Doch zuvor soll es am 8. Juni noch einen Besuchertag für alle geben, bei dem jeder das alte Denkmal in seinem jetzigen Zustand besichtigen kann.

Dann soll es ernst werden: Bunnemann hat eine mehr als 35 000 Quadratmeter große Industriebrache gekauft. 750 000 Euro hat er für die alte Schweriner Brauerei hingelegt, und sie damit vermutlich vor dem Abriss gerettet. Dafür hat Bunnemann besprühte Wände, eingeschlagene Scheiben, eine riesige Abfüllhalle, Betonplatten, zugewucherte Freiflächen sowie hunderte Kubikmeter Schrott und Abfallberge bekommen. Seitdem finden immer mehr Kaufinteressenten, Ärzte und Immobiliensuchende den Weg zur Alten Brauerei Verwaltungs GmbH. Fördermittelanträge seien gestellt - für den Uferweg, der zwischen dem weißen Komplex und den Bootshäusern entlang führen soll, und den Zuweg vor der künftigen Arztpraxis.

Das Projekt muss sich langfristig selbst finanzieren. Deshalb sei es wichtig, anzufangen, sagt Bunnemann. Zu wenig Nachfrage befürchtet er nicht, schon jetzt würde es immer mehr Interessenten geben. 140 Wohneinheiten plant er, dazu Gastronomie und Büroräume mit Blick auf den Ziegelinnensee.

Die alten Brauereimauern regen die Kreativität des Architekten an. "In das alte Sudhaus werden wir Loftwohnungen bauen mit einem fünf Meter hohen Wohnbereich und einer Glasfront mit Blick auf den Ziegelinnensee", sagt er. Der Schornstein soll nach Möglichkeit stehen bleiben. "Was damit geschieht, ist aber noch nicht abzusehen", sagt Bauamtsleiter Dr. Günter Reinkober. In seinem Schatten könnte eine Gaststätte ihre Außengastronomie betreiben. Über dem Restaurant sollen Büroräume entstehen, daneben Wohnungen. Ein Gebäude weiter plant Bunnemann ein Atelier, Garagen und weitere Wohnungen. "Einige werden wir verkaufen, andere selbst verwalten und vermieten", sagt er. Ein kleiner Wermutstropfen ist der "nur" schmale Wasserzugang gleich neben dem ehemaligen Versorgungshaus. Ein Nachteil, aber die Bootshäuser würden schließlich ältere Rechte haben und bleiben. Die großzügige Betonplatten-Fläche soll Rasen werden und den Kindern im Wohnviertel Platz zum Spielen bieten.

Mit Blick auf den Dom befindet sich die größte Herausforderung der alten Brauerei im Rücken des Betrachters: riesige Abfüllhallen. Hunderte Quadratmeter überdachter Innenraum. "Wir planen hier Wohnhäuser mit Dachterrassen, vom Ufer weg in Stufenbauweise. Der Industriecharakter der Hallen soll erhalten bleiben", sagt Bunnemann. Aber das sei einer der letzten Bauabschnitte. Wenn alles richtig gut liefe, könne er sich vorstellen, in sechs Jahren fertig zu sein. "Aber das ist wirklich ehrgeizig gedacht", sagt er. Schon die Planung habe mehr als ein Jahr gedauert und sei noch nicht abgeschlossen.

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