Im Einsatz mit Kamera und Streife

Wer in diesen Tagen in den Wald geht, sollte besonders vorsichtig sein. Die Baumbestände sind durch die anhaltende Trockenheit extrem Waldbrand gefährdet. Die kleinste weggeworfene Zigarettenkippe kann da ein Feuerinferno auslösen.

von
03. Juni 2008, 09:01 Uhr

Jasnitz/Radelübbe/Schildfeld - Forstoberinspektor Matthias Fiedelmann beugt sich herunter. Er fasst das trockene Reisig gefällter Kiefernbäume an, die, vom Buchdrucker-Schädling befallen, geschlagen werden mussten. Alles knackt unter den Füßen, der Waldboden ist knochentrocken. „Wenn hier ein Brand ausbricht und die Kiefern Feuer fangen, dann brennen sie durch den hohen Harzanteil wie eine Fackel“, so der Forstfachmann aus dem Forstamt Jasnitz.

Die sommerlichen Temperaturen haben den Wäldern zugesetzt, seit Sonnabend ist im Forstamt Jasnitz die höchste Waldbrandwarnstufe, die IV, ausgerufen. „Ab der Stufe III können die Forstämter in Absprache mit dem Landkreis die Wälder sperren lassen. Bislang ist das aber noch nicht passiert, da wir auf die Einsicht der Waldbesucher hoffen. Jeder sollte aufpassen, nicht mit dem Fahrzeug in den Wald zu fahren, keine Zufahrtswege zuzuparken, keine Zigarettenkippen wegzuwerfen und im wahrsten Sinne des Wortes nicht mit dem Feuer zu spielen. In den Wäldern herrscht eine hohe Zündbereitschaft, ein Funke genügt und bei starken Ostwinden, die wir jetzt haben, wäre ein Waldbrand verheerend.“
Im Forstamt Jasnitz, das als Leitforstamt für die Fortstämter Ludwigslust und Conow, für das Bundesforstamt Lübtheen und das Forstamt Karow fungiert, befindet sich die Waldbrandzentrale für die Kameraüberwachung.

„Diese moderne Technik läuft jetzt in der dritten Saison, das Überwachungssystem hat sich bewährt“, ergänzt Matthias Fiedelmann. „An fünf Standorten stehen solche Kameras: in Groß Laasch, Dadow, Karenz, Redefin und an der A 24 bei Poltnitz. „Die Kameras arbeiten selbstständig, ihren elektronischen Augen entgeht nichts. Sie drehen sich und liefern in regelmäßigen Abständen Bilder, die per Datenleitung an das Forstamt gesendet werden. Eine Kollegin oder ein Kollegin beobachten die eingegangenen Informationen in der Zeit von 10 bis 20 Uhr. “
Dabei liefern die Kameras nicht nur Bilder von möglichen Waldbränden. Auch Fotos von Fahrzeugen, die sich auf dem Acker bewegen, sind in diesen Tagen typische Meldungen, die das Forstamt erreichen.

Zum Wochenende mit Kontrollgängen beginnen
„Auch für uns im Bereich Schildfeld-Radelübbe gilt seit Tagen die höchste Waldbrandwarnstufe“, verkündete Dr. Christof Darsow, Leiter des Forstamtes Radelübbe. „Wir haben in unserer Region weniger sandigen Boden, eher eine lehmige Grundmoräne, die mehr das Wasser halten kann. Da wir zu zwei Dritteln Laubwaldbestände haben, sind wir nicht ganz so gefährdet wie andere Gebiete. Unter den Kiefern wachsen junge Buchen und Eichen, das mindert die Waldbrandgefahr“, erklärte der Chef des Radelübber Forstamtes, das Leitforstamt für Schildfeld ist.

„Derzeit gibt es bei uns in Sachen Brandschutz keine gesonderten Kontrollen. Sollte sich aber das Wetter nicht ändern, so müssen wir zum Wochenende hin reagieren. Gerade, was das Gebiet der Heide südlich der A 24 betrifft, wo der ehemalige Schießplatz der Russen war. Dann werden wir nicht umhin kommen, Waldbrandstreife zu laufen, denn solch ein Kamerasystem wie in Jasnitz haben wir in Radelübbe nicht. Mitarbeiter des Forstamtes werden dann Kontrollgänge unternehmen, ich denke, das wird ab Sonnabend der Fall sein.“

Revierförster eingebunden im Waldbereitschaftsdienst Auch im Verantwortungsbereich von Forstoberrat Jörg Stübe, Leiter des Forstamtes Schildfeld, gilt seit dieser Woche die höchste Waldbrandwarnstufe. „Wir haben einen Waldbereitschaftsdienst eingerichtet, in den die einzelnen Revierförster eingebunden sind. Diese können dann im Katastrophenfall den Einsatzkräften unterstützend zur Seite stehen.“

Seine Mitarbeiter haben da natürlich ganz besonders ein Auge drauf, ob jemand im Wald raucht oder ein Feuer anzündet. „Des öfteren hatten wir schon Angler im Wald, die dann ein Lagerfeuer machen wollten, auch in der Gegend um Horst herum war schon mehrfach zu beobachten, dass sich Personen zum Grillen im Wald trafen“, so Jörg Stübe. Auch er warnt davor, Zigarettenreste einfach wegzuwerfen oder fahrlässig mit Feuer umzugehen.

„Aber wir müssen nicht mit so einer ganz hohen Waldbrandgefahr rechnen, da auch wir hier viele Mischbestände haben. Die Kiefernwälder sind mit einer zweiten Baumschicht versehen, der Laubanteil wird dadurch höher. Dennoch ist im Waldinneren der Rohhumus so ausgetrocknet, dass der kleinste Funke ausreicht. Deshalb sollte jeder Waldbesucher besondere Vorsicht walten lassen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen