Erster Spatenstich für große Photovoltaik-Anlage bei Sukow : Im Eiltempo zum Bürger-Solarpark

Sieben Vertreter aus Politik und Wirtschaft vollzogen gestern den symbolischen ersten Spatenstich für den Bürger-Solarpark Sukow. Werner Mett
Sieben Vertreter aus Politik und Wirtschaft vollzogen gestern den symbolischen ersten Spatenstich für den Bürger-Solarpark Sukow. Werner Mett

Kein Jahr ist vergangen zwischen der Idee und dem ersten Spatenstich für den Bürger-Solarpark am Dienstag bei Sukow. Und hier geht es nicht um ein kleines Vorhaben, sondern um eine 25-Millionen-Euro-Investition.

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17. Mai 2011, 07:20 Uhr

Sukow | Das ging schnell: Kein Jahr ist vergangen zwischen der Idee und dem ersten Spatenstich für den Bürger-Solarpark gestern bei Sukow. Und hier geht es nicht um ein kleines Vorhaben, sondern um eine 25-Millionen-Euro-Investition, um eine Photovoltaik-Anlage mit einer Nennleistung von etwa elf Megawatt: Mit dem hergestellten Strom kann der Bedarf von 3700 Haushalten gedeckt werden. Damit zählt diese Anlage zu den größten in Mecklenburg-Vorpommern. "Eine so gute und zügige Planung habe ich noch nie mitgemacht", hob Projektentwickler Oliver Partheymüller von der fränkischen Firma IBC Solar AG hervor. Seinen Dank richtet er direkt an die Sukower, die bei Bürger- und Eigentümerversammlungen breite Zustimmung bekundet hatten.

Darauf setzen die Investoren aus Bad Staffelstein weiterhin. Denn die Bezeichnung Bürger-Solarpark ist nicht zufällig gewählt worden. Einwohner können sich direkt beteiligen und Anteile erwerben. Der Verkauf solcher Anteile muss allerdings noch vorbereitet werden, los geht es im kommenden Jahr. "Wir haben ein Vorkaufsrecht für die Sukower vereinbart", hebt Bürgermeister Horst-Dieter Keding hervor. Das Gemeindeoberhaupt verweist stolz darauf, dass die Kommune mehrfach vom Solarpark profitiert: Schon ab 2012 fließen Gewerbesteuern. Etwa ein Viertel der Fläche, die 48 000 Solarmodule werden auf einem Areal von 31 Hektar aufgestellt, gehört der Gemeinde. Dafür erhält sie Pacht. "Wir wollen selbstständig bleiben und weiterhin sozial für unsere Bürger agieren", betont Keding. "Angesichts der sinkenden Zuweisungen brauchen wir neue Einnahmequellen."

Lob vom Ministerpräsidenten und Kritik an Bundesregierung

"Der Solarpark in Sukow ist ein gutes Beispiel dafür, wie Gemeinden und Menschen in Mecklenburg-Vorpommern vom Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren können", betonte auch Ministerpräsident Erwin Sellering gestern in Sukow. Generell soll der Ausbau erneuerbarer Energien in MV kraftvoll vorangetrieben werden, so könnten zukunftsfähige Arbeitsplätze geschaffen und die Wertschöpfung vor Ort erhöht werden.

Diese Worte hörten die Investoren aus Franken gern. Etwas kleinere IBC-Solar-Anlagen stehen bereits bei Grimmen (sieben Megawatt) und Neustrelitz (acht Megawatt). Spätesten Ende August soll Sukow mit den avisierten elf Megawatt am Netz sein. Das weiterhin hohe Tempo bei dem Projekt ist kein Zufall. Denn bereits im September wird die per Gesetz garantierte Einspeisevergütung für Strom aus Solaranlage erneut abgesenkt, zu Jahresbeginn 2012 dann nochmals. Und die Bundesregierung hat auch die Standortkriterien verschärft. Solaranlagen dürfen nicht mehr einfach so auf Ackerflächen gebaut werden.

Das Sukower Projekt wird auf dem Areal der ehemaligen Hausmülldeponie und in einem 110 Meter breiten Streifen parallel zur Eisenbahnstrecke Schwerin - Crivitz umgesetzt. Denn für Flächen an Gleisen und Autobahnen gelten Ausnahmeregeln. "Aber geeignete Flächen gibt es nicht unbegrenzt, die Errichtung von Solaranlagen ist schwieriger geworden", betont Partheymüller.

Deutlich drastischer drückt es Udo Möhrstedt, Vorstandsvorsitzender von IBC Solar, aus. "Wenn die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen so schnell und so stark wie angekündigt vorgenommen werden, sind deutsche Solarfirmen gefährdet. Es bleiben nur die Chinesen übrig." Möhrstedt forderte Ministerpräsident Sellering auf, über den Bundesrat Einfluss auf die Bundesregierung zu nehmen. "Auf leichten Ackerböden sollte der Bau von Solaranlagen wieder erlaubt werden", schlug Möhrstedt vor.

Schon Ende August soll hier Strom aus Sonne gewonnen werden

Auf die Kalkulationen für das Sukower Projekt haben die anstehenden Kürzungen keinen Einfluss: Der Bürger-Solarpark muss dafür vor dem 1. September am Netz sein. Deshalb wird in den nächsten Wochen nach schneller Planung auch beim Bau aufs Tempo gedrückt.

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