IHK-Neubau beginnt im August

So soll das „Ludwig-Bölkow-Haus“, der neue Sitz der Schweriner IHK, nach der Fertigstellung aussehen. Grafik: IHK Schwerin
So soll das „Ludwig-Bölkow-Haus“, der neue Sitz der Schweriner IHK, nach der Fertigstellung aussehen. Grafik: IHK Schwerin

Im kommenden Monat beginnt die Warnemünder Bau GmbH mit dem Bau des neuen IHK-Gebäudes an der Graf-Schack-Allee. Bis zum Beginn der Buga im April soll der Rohbau stehen. Allein dieser Bauteil verteuert das Projekt auf mehr als 13 Millionen Euro. Anfänglich waren zehn Millionen geplant gewesen.

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31. Juli 2008, 09:25 Uhr

Altstadt - In den vergangenen Monaten musste IHK-Präsident Jörgen Thiele beim Thema Kosten des „Ludwig-Bölkow-Hauses“ der Wirtschaft, wie der Kammer-Neubau an der Graf-Schack-Allee heißen soll, sich schon öfter korrigieren. Bei der Vorstellung des Vorhabens im Januar vergangenen Jahres hatte er noch versprochen, dass der Neubau „nicht mehr als zehn Millionen Euro“ kosten werde. Nach der Entscheidung zwischen zwei Architektenentwürfen drei Monate später verbesserte sich der Kammer-Präsident auf Gesamtkosten von zwölf Millionen Euro. Gestern nun musste Thiele zugeben, dass erneut eine Verteuerung von etwa zehn Prozent allein für den ersten Bauabschnitt zu erwarten sei. Und dabei soll der Bau erst im kommenden Monat beginnen.

Grund für die Mehrausgaben sei die allgemeine Verteuerung in den zurückliegenden Monaten. „Während wir bei den Lohnkosten sicher noch verhandeln können, mussten wir allein bei Material und Energie Mehrausgaben von 550 000 Euro akzeptieren“, sagte der IHK-Präsident. „Allein die Metallpreiserhöhungen machen ein Volumen von 255 000 Euro aus.“

Diese Preissteigerung soll sich aber nicht negativ auf die Kammer auswirken, versprach Thiele. „Wir haben ein solides Finanzierungskonzept mit einem relativ hohen Eigenanteil“, sagte der Kammer-Präsident. Wie dieses Konzept aussieht, wollte er allerdings nicht verraten.

Genau das kritisieren auch die zahlreichen Gegner des Neubaus innerhalb der 23 000 im Schweriner Kammerbezirk organisierten Unternehmer. „Die Mehrkosten dürfen auf keinen Fall auf uns IHK-Mitglieder abgewälzt werden. Wir haben lange genug Fragen gestellt, ohne Antworten zu bekommen, was den Eigenanteil an den Baukosten und die Gesamtfinanzierung betrifft“, sagt beispielsweise Software-Unternehmer Torsten Hecht. „Wenn am Ende Geld fehlt, dann muss die IHK-Führung persönliche Verantwortung übernehmen.“ Er sei sicher, dass die jetzt zugegebene Preissteigerung „längst nicht das Ende der Fahnenstange“ sei.

Bis zu 31 Meter lange Pfähle werden in die Erde gerammt Eine Kostenexplosion auf Grund des wasserreichen, lehmigen Baugrundes am Burgsee – so wie am Beutel – schließt die Kammer dagegen aus. „Wir sind gut auf alle Eventualitäten vorbereitet. Wir haben sehr intensive Baugrunduntersuchungen durchgeführt und statische Gutachten erarbeiten lassen“, sagte Harry Richert, Geschäftsführender Gesellschafter der Warnemünder Bau GmbH, die sich bei der Ausschreibung des Rohbau-Auftrages gegen vier Wettbewerber durchgesetzt hatte. Eine Pfahlgründung von bis zu 31 Metern sei erforderlich. Die Kosten dafür seien bereits kalkuliert.

Der Vorteil der Bohrungen: In die Pfähle werden Leitungen integriert, die den künftigen IHK-Dienstsitz mit Erdwärme versorgen. Nach dem Museum ist das erst das zweite Gebäude der Stadt, das diese Energiequelle nutzt. „Wir werden dadurch die Betriebskosten erheblich senken können. Im Winter können wir 75 Prozent der benötigten Wärme durch Geothermie decken“, sagte IHK-Präsident Thiele.

Im September kommenden Jahres soll das „Ludwig-Bölkow-Haus“ bezogen werden. Der Rohbau soll schon zum Buga-Auftakt stehen – hinter einem von Kindern bemalten Bauzaun. Dann dürfte auch das größte Baugeschehen vorbei sein. Doch von Mitte August an rollen dann die Laster über die Mecklenburgstraße. Zuerst bringen sie schweres Gerät, dann u. a. 5000 Kubikmeter Beton und 500 Tonnen Stahl.

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