IG Metall Küste weitet Warnstreiks aus - Etwa 40 000 Beschäftigte von 150 Betrieben im Ausstand - Arbeitgeber bleiben bei ihrem Angebot

Vor der Werft von Wadan Yards in Warnemünde haben sich am Dienstagmorgen die Arbeiter der Nacht- und Frühschicht zum Warnstreik eingefunden.  Foto: dpa
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Vor der Werft von Wadan Yards in Warnemünde haben sich am Dienstagmorgen die Arbeiter der Nacht- und Frühschicht zum Warnstreik eingefunden. Foto: dpa

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04. November 2008, 04:12 Uhr

Hamburg/Warnemünde - Die Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie haben ihre Warnstreiks am Dienstag deutlich ausgeweitet. Im IG-Metall-Bezirk Küste legten nach Gewerkschaftsangaben etwa 40 000 Mitarbeiter die Arbeit zeitweise nieder, um für höhere Löhne zu demonstrieren. Rund 150 Betriebe in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und dem nordwestlichen Niedersachsen waren von den Protesten betroffen. Im Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt legten bis zum Mittag knapp 1500 Metaller die Arbeit nieder.

Auf einer Kundgebung in Hamburg unterstrich der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber die Forderung nach einer Lohnerhöhung von acht Prozent. „Wir haben uns das verdient und dafür kämpfen wir“, sagte Huber. Es könne nicht sein, dass auf dem Kapitalmarkt die höchsten Gewinne seit Jahrzehnten gemacht würden, während die Arbeitnehmer Reallohnverluste hinnehmen müssten. Langfristige Streiks wollte Huber nicht ausschließen. Er hoffe aber auf ein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeberseite.

Die Arbeitgeber lehnen die Forderung der IG Metall mit dem Hinweis auf die angespannte wirtschaftliche Lage ab. Sie bieten 2,9 Prozent, davon 0,8 Prozent als Einmalzahlung. Der Ruf der Gewerkschaft nach einem besseren Angebot sei eine „Frechheit“, sagte der Sprecher des Arbeitgeberverbandes Nordmetall, Peter Haas. Es sei die IG Metall, die von ihrer überzogenen Forderung abrücken müsse.

Die Arbeitgeber würden kein neues Angebot vorlegen, sondern den 11. November abwarten, sagte Haas. Dann wollen sich die Tarifparteien im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg zu einer weiteren Verhandlungsrunde treffen. Die Streikaktionen bezeichnete Haas als „Budenzauber“.

In Mecklenburg-Vorpommern protestierten zum Schichtwechsel am Morgen mehrere hundert Mitarbeiter der Wadan-Werft in Warnemünde mit Feuern und Fackeln vor den Werfttoren. In der Mittagszeit gab es in Warnemünde eine weitere Kundgebung, an der sich mehr als 400 Beschäftigte von Caterpillar und der Neptunwerft beteiligten. In Wismar waren die Beschäftigten von Wadan Yards und Schottel zu einer Kundgebung aufgerufen. Rund 700 Beschäftigte nahmen daran teil. Auf der Volkswerft Stralsund und auf der Peene-Werft Wolgast beteiligten sich insgesamt rund 1500 Beschäftigte an den Warnstreiks.

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