Le Lion-dAngers/Schwerin : „Ich wusste, dass ich ein tolles Pferd habe“

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„Ich kann es gar nicht glauben“, entflog es Vielseitigkeitsreiter Andreas Brandt aus Neuendorf nach dem Vizeweltmeistertitel bei der WM der jungen „Busch-Pferde“.

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26. Oktober 2011, 11:49 Uhr

„Ich kann es noch gar nicht glauben“, entflog es Vielseitigkeitsreiter Andreas Brandt aus Neuendorf bei Wismar am Sonntagnachmittag nach der abschließenden Springprüfung und dem feststehenden Vizeweltmeistertitel bei der WM der jungen „Busch-Pferde“ im französischen Le Lion-d’Angers. „Ich wusste, dass ich mit ihr ein tolles Pferd habe, was sie ja schon beim Bundes-Championat unter Beweis stellte. Zuletzt lief es bei uns aber nicht immer rund und so freue ich mich jetzt umso mehr“, so der 38-jährige Berufsreiter über seine siebenjährige Hannoveraner Stute Escada JS.
Aufholjagd von Platz 14: Im
Gelände und Parcours fehlerfreiDabei rollte der aktuelle MV-Landesmeister das Feld bei den dreitägigen Titelkämpfen der sechs- und siebenjährigen Vielseitigkeitspferde sozusagen von hinten auf. Im Feld von 69 Pferden kamen Brandt und Escada mit 48,4 Strafpunkten und Rang 14 – wie berichtet – als fünftbestes deutsches Paar aus der Dressur. Im Gelände gehörte der Nordwestmecklenburger zu den 15 Startern, die den Kurs mit 25 festen Hindernissen ohne Strafpunkte absolvierten. Damit rutschten die beiden bereits bis auf den siebten Platz vor. Von der führenden Kitty King (GBR) und Zidante, einem Pferd aus niederländischer Zucht, trennten ihn nur 4,3 Punkte. Bestes deutsches Paar nach dem Gelände war Bettina Hoy mit dem Westfalen Designer auf Rang fünf (46,5).

Das abschließende Springen am Sonntag musste die Entscheidung bringen und es erwies sich für viele Teilnehmer einmal mehr als Nervenprobe. Doch Andreas Brandt, der auch Landestrainer für die Vielseitigkeitsreiter in MV ist und in Neuendorf bei Wismar einen privaten Turnier- und Ausbildungsstall betreibt, hielt seine Nerven im Zaum. Die Reiter, die ihm in der Zwischenwertung unmittelbar folgten, hatten im in der umgekehrten Reihenfolge durchgeführten Springen alle Fehler.

Nun kam es als siebtletzter Starter für den Mecklenburger darauf an, ob er seinen Platz halten oder sogar noch verbessern konnte. Unerschrocken ging er die Aufgabe an und riss nach dem Ziel vor Freude die Arme hoch – „Escada“ ist fehlerfrei geblieben. Platz sieben war sicher. Nun waren die Verfolger dran und einer nach dem anderen kam mit Hindernisfehlern aus dem Parcours. Auch Bettina Hoy kam mit einem Abwurf aus dem Stangenwald und wurde mit Designer am Ende Sechste. Brandt war schon Zweiter, als die führende Britin Kitty King mit Zidante einritt. Einen Abwurf durfte sie sich leisten, um Weltmeisterin zu werden. Dieser passierte auch und den Briten stockte der Atem. Aber sie blieb vorn und gewann mit einem knappen Vorsprung von 0,3 Punkten (48,10). Brandt jedoch brachte das Kunststück fertig, mit seinem Dressurergebnis von 48,4 Punkten als Vize-Champion die Prüfung zu beenden.
Escada JS – JS steht für ihren Züchter und Besitzer Jürgen Stuhtmann aus dem niedersächsischen Winsen – hatte bereits als Fünfjährige für Aufsehen gesorgt, als Andreas Brandt sie zur Vizechampioness bei den Bundes-Championaten in Warendorf ritt. In Frankreich zeigten sich die Stute und ihr Reiter erneut von der besten Seite.

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