Hürden für junge Unternehmer - Neues Baustudio in Güstrow ohne sichere Zufahrt

Unternehmer Tilo Wilken  benötigt eine Zufahrt zu seinem Betriebsgelände an der Neukruger Straße. Stadtvertreter Hans-Dieter Murr fordert, die Auffahrt zur Feuerwehr (hinten) grundhaft zum Wohle aller Anlieger zu sanieren. Foto: Jens Griesbach
Unternehmer Tilo Wilken benötigt eine Zufahrt zu seinem Betriebsgelände an der Neukruger Straße. Stadtvertreter Hans-Dieter Murr fordert, die Auffahrt zur Feuerwehr (hinten) grundhaft zum Wohle aller Anlieger zu sanieren. Foto: Jens Griesbach

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07. Juli 2008, 08:14 Uhr

Güstrow - „‚Wir brauchen diese Auffahrt zu unserem Gelände unbedingt“, sagt Wilken. Denn davon hänge auch ab, ob Frisör und Bäcker einziehen. Schon jetzt müssen Wilken und sein Kompagnon Gas geben, um den Umsatz zu erbringen, der die Kosten ihrer Investition abdeckt. In dieser Situation hofft der Jungunternehmer auf die Unterstützung der Stadt – doch bisher: Fehlanzeige.

Wilken will gar keine neue Auffahrt, sondern die bereits vorhandene zur Feuerwehr, zum THW, zur Telekom und der Post mitnutzen und einen Abzweig zu seinem Betriebsgelände bauen. Doch dafür muss die Straße um 30 Zentimeter verbreitert werden, falls sich Lastwagen und Feuerwehrautos begegnen.

Da die Auffahrt teilweise beschädigt ist, plädiert Wilken zudem für eine grundhafte Sanierung. „Davon würden alle Anlieger, die die Auffahrt nutzen, profitieren“, sagt er. Die Kosten für die Sanierung sollten auf alle Anlieger umgelegt werden, so Wilken. 40 000 Euro kostet eine komplette Erneuerung mit Fußweg, hat die Stadt bereits errechnet.

Doch die Kosten sind nicht umlagefähig, so Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt auf SVZ-Nachfrage. Grund: Es handelt sich nicht um eine öffentliche, sondern eine private Straße der Stadt. „Wir haben dem Unternehmer die schriftliche Genehmigung erteilt, die Straße um 30 Zentimeter zu verbreitern – auf eigene Kosten“, so Schuldt.

Doch das wollen Wilken und Fedtke so nicht akzeptieren. „Warum sollen wir jetzt die Straße selbst verbreitern, wenn sie irgendwann sowieso komplett neu gemacht werden muss“, sagt Wilken. „Wenn die Stadt wirklich Interesse daran haben sollte, dass hier etwas passiert, könnte sie doch alle Anlieger an einen Tisch holen, um eine sinnvolle Lösung zu finden“, fordert er. Denn von dem Ausbau der Zufahrt würde vor allem auch die Güstrower Feuerwehr profitieren.

Das Problem ist bereits auch bei den Stadtvertretern gelandet. Auf der jüngsten Sitzung wurde ein Antrag von Hans-Dieter Murr (CDU) beschlossen, die Zufahrt von der Neukruger Straße bis zur Einfahrt Postzustellung zu erneuern.

Doch Bürgermeister Schuldt zweifelt die Rechtmäßigkeit des Beschlusses an. „Es fehlt die ausreichende Planung und die Finanzierung. Das funktioniert so nicht“, sagt er. Für Schuldt scheint die Sache mit der Zusage an Wilken und Fedtke, die Straße auf eigene Kosten verbreitern zu lassen, erledigt.

Wilken ist sauer. „Der Bürgermeister ist die Auffahrt mit seinem Fahrrad auf und ab gefahren, aber nicht einmal zu uns reingekommen“, erzählt er. Er unterstellt Schuldt, nur wenig Interesse dafür zu haben, dass die beiden Unternehmer ein Einzeldenkmal saniert und wieder einer Nutzung zugeführt hätten.

„Zudem wollen wir hier ein Café mit Außenterrasse und Spielplatz für die Bürger schaffen. Wir tun etwas für Güstrow“, sagt Wilken. Hier wäre doch etwas mehr Unterstützung der Stadt wünschenswert, meint er. 40 000 Euro für einen Ausbau der Straße wären zudem nicht zu viel, um einem jungen Unternehmen zu helfen, dass bis zur Rente vorhabe, Steuern an die Stadt zu zahlen, ist Wilken überzeugt. Für einen Gehweg in der Auffahrt sind Wilken und Fedtke zudem bereit, Teile ihres Grundstückes kostenlos an die Stadt abzugeben.

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