Huber gibt CSU-Vorsitz ab

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30. September 2008, 08:51 Uhr

CSU-Chef Erwin Huber tritt als Konsequenz aus den schweren Verlusten seiner Partei bei der Landtagswahl zurück. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Dienstag aus CSU-Kreisen. Nachfolger wird Parteivize und Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer. Er soll auch Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl 2009 werden. Ministerpräsident Günther Beckstein bleibt demnach trotz des Absturzes der CSU bei der Landtagswahl im Amt.

Generalsekretärin Christine Haderthauer wird demnach ebenfalls ihr Amt verlieren. Huber werde den Vorsitzendenposten beim Sonderparteitag am 25. Oktober in München niederlegen und bis dahin wie Haderthauer vorläufig im Amt bleiben. Huber wolle seine Entscheidung am Vormittag bekanntgeben, hieß es in CSU-Kreisen.

Am Montagabend hatten sich Huber, Beckstein, Seehofer und mehrere andere führende CSU-Politiker in München zu einem Krisengespräch getroffen. Die CSU war bei der Landtagswahl am Sonntag von 60,7 auf 43,4 Prozent abgestürzt. Sie büßte ihre Alleinherrschaft ein und ist künftig auf einen Koalitionspartner angewiesen.

Bezirksverband Oberbayern drängte zum Rücktritt
In der Partei hatten starke Kräfte den angeschlagenen Parteichef Huber, aber auch Ministerpräsident Beckstein, zum schnellen Rücktritt gedrängt. Die Bewegung ging vom Bezirksverband Oberbayern – dem größten und einflussreichsten Bezirksverband – aus. Mehrere oberbayerische CSU-Politiker wollten erreichen, dass neben Huber und Beckstein auch Generalsekretärin Christine Haderthauer und Landtagsfraktionschef Georg Schmid zurücktreten, wie es am Montagabend in informierten Kreisen geheißen hatte. Seehofer solle beide Spitzenämter übernehmen.

In Oberbayern gab es bereits vor der Wahl starke Unzufriedenheit mit dem Niederbayern Huber und dem Franken Beckstein, denen nun die Wahlniederlage angelastet wird. Mehrere Oberbayern hatten erwartet, dass Beckstein und Huber am Montag von sich aus ihren Rückzug bekanntgeben würden. Das war bei der CSU-Vorstandssitzung am Montagvormittag aber kein Thema. Anschließend trafen sich die Oberbayern erneut, ebenso der Bezirksverband Schwaben. Für Seehofer als Ministerpräsident sind außerhalb Oberbayerns nur wenige CSU- Landtagsabgeordnete.

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