Hornissen-Attacken in Garz

In diesem Baum haben die Hornissen ihr Nest. Foto: Thomas Bein
In diesem Baum haben die Hornissen ihr Nest. Foto: Thomas Bein

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10. September 2008, 07:34 Uhr

Garz - Mehrfach gab es Anrufe und Beschwerden im Plattenburger Ordnungsamt über ein Hornissennest direkt an der Gemeindestraße zwischen Garz und Hoppenrade. Die grundsätzlich friedlichen Tieren fielen dort durch sehr aggressives Verhalten auf.

Vor allem Fußgänger und Radfahrer wurden von den Insekten attackiert und zum Teil gestochen. Im Fall von Annette R. so schlimm, dass sie mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus kam. Das Ordnungsamt der Gemeinde Plattenburg traf sich gestern an Ort und Stelle mit Vertretern der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. Denn die Hornisse ist streng geschützt. „Allerdings kollidiert hier der Artenschutz mit der Sicherheit der Bürger“, machte Detlef Brenning von der Gemeindeverwaltung Plattenburg deutlich.

Jedem Fahrzeug folgt eine Wolke
Jedem Fahrzeug, das an besagter Stelle vorüberfährt, folgt eine ganze Wolke von Hornissen. „Sie verfolgen und umschwirren aber erst einmal, sie attackieren nicht gleich“, meint Marcus Pankow von der Naturschutzbehörde.

Sachgebietsleiter Bernd Lindow sagte, dass die Hornissen an dieser Straße nicht aggressiver sind als andere. Sie werden nur durch den ständigen Fahrzeugverkehr im Minutentakt direkt vor ihrem Nest gereizt und verteidigen dieses. Ein Töten der Hornissen kam für die Naturschutzbehörde nicht in Betracht. Stattdessen sollen die Tiere „umgeleitet“ werden. Der Ausflug direkt auf die Straße soll ihnen versperrt und in die Baumhöhle ein zweites Loch gebohrt werden, so dass die Tiere ihr Nest zur abgewandten Straßenseite über die angrenzende Wiese verlassen können. Dazu muss aber an Baum und Nest gearbeitet werden.

„Wir werden ein Schädlingsbekämpfungsunternehmen beauftragen, die Arbeiten auszuführen, und bitten Bürger, bis dahin und auch während der Arbeiten die Straße nicht zu Fuß oder mit dem Rad zu benutzen. Autofahrer sollten ihre Scheiben geschlossen halten“, empfiehlt Lindow. Denn im Zuge der „Umleitungsarbeiten“ werden die Tiere mit großer Wahrscheinlichkeit den „Angriff“ auf ihr Nest verteidigen wollen.

Gemeinde erwägt auch drastischere Maßnahmen
„Ich habe ja nichts gegen die Tiere. Aber so geht das nicht, hier kann niemand mehr ohne Angst und unbeschadet mit dem Fahrrad vorbeifahren“, sagt Michaela Brunsch aus Garz. Sie muss als Zeitungszustellerin täglich den Weg zwischen Garz und Hoppenrade nehmen und wurde in der Vergangenheit mehrmals attackiert, gestochen wurde jedoch nur ihr Hund, den sie am Fahrrad mitführte.

Mit der vorgeschlagenen Lösung könne man leben, war man sich gestern vor Ort einig, wenn sie denn funktioniere und das Problem löst. „Für uns als Gemeinde steht das Wohl der Bürger an oberster Stelle. Wenn die Hornissen diese Chance nutzen, ist das gut, wenn sie weiterhin das bisherige Verhalten zeigen, müssen wir drastischere Maßnahmen ergreifen“, so Detlef Brenning.

Hornissen sind in der Regel wenig aggressiv, flößen allerdings durch ihre Größe Respekt und manchem auch Angst ein. Die Tiere ernähren sich und ihre Brut von Pflanzensäften und Insekten, wie Bienen, Fliegen und Wespen. Auch Fallobst nehmen sie im Herbst gern als Nahrung an.

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