Honda aus der Elbe gefischt

Mehr Fragen als Antworten gab es gestern Abend noch zu jenem roten Honda, der am späten Vormittag aus der Elbe gezogen wurde.

von
10. November 2008, 08:46 Uhr

Wittenberge Barbara Haak, mafe„Wir dachten, wir holen mit unserem Bagger Steine aus dem Wasser. Statt dessen haben wir ein Auto am Haken.“ Die Männer von der „Drossel“ des Wasser- und Schifffahrtsamtes Magdeburg, Außenbezirk Wittenberge, bekommen gestern Vormittag das große Staunen, als sie in Höhe des Pegelhauses kurz hinter der Eisenbahnbrücke stromab gesehen einen Pkw aus dem Wasser fischen. Der Wagen ist rot bzw. war einmal rot. Jetzt bedeckt eine Schlickschicht die Karosse. Die Marke ist aber noch unverkennbar. Ein H für Honda prangt auf dem Heck. Vorn hat der Wagen kein Kennzeichen, am Heck findet sich ein Prignitzer Nummernschild. Froh sind die Männer, dass der Wagen augenscheinlich leer ist.
Wie kommt das Fahrzeug in die Elbe?
Die schleunigst herbeigerufene Wasserschutzpolizei verweist auf die Ermittlungen, die das noch klären müssen. Die Männer vom Wasser- und Schifffahrtsamt haben mittlerweile nach dem Autoschild gespäht und meinen, dass der TÜV des Honda bereits 2003 abgelaufen war.
Dass die Elbe in Höhe der Pegelmessstelle eine Untiefe hat, war bei einer Messung des Peilschiffs aufgefallen. Gestern sollten die vermuteten Steine, die sich aus dem Verbau gelöst hatten, aus dem Strom geholt werden. Nun müssen die Kriminaltechniker ein Autowrack untersuchen, dessen Herkunft bis gestern Abend noch nicht festzustellen war. Dazu müsse erst der Identifizierungscode des Wagens ermittelt werden, meinte Polizeisprecherin Katy Gollnick.
Damit die Kriminaltechniker ihr Werk tun konnten, beförderte das Wasser- und Schifffahrtsamt den Honda nach seiner Bergung auf einer Schute in den Nedwighafen und von dort weiter. Die Kriminalisten ermitteln.
Fest stand zu diesem Zeitpunkt schon, dass das Kennzeichen am Wagen nicht zum Honda gehört, sondern zu einem in einem Prignitzer Ort zugelassenen Kipper. Als gestohlen gemeldet war dieses aber bis gestern auch noch nicht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen