Holländer streiten um Ski-Halle

Hängepartie für den insolventen Snowfun-Park Wittenburg: Der Einstieg eines neuen Investors verzögert sich um mehrere Wochen. Während der Geschäftsbetrieb fortgeführt wird, streiten inzwischen zwei holländische Interessenten um das 75 Millionen Euro teure Schneeparadies, u. a. die Van der Falk-Gruppe.

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03. Oktober 2008, 06:11 Uhr

Schwerin - Das hatte sich Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde anders vorgestellt: Ende August rechne sie mit einem Verhandlungsergebnis über die Zukunft des in die Pleite gerutschten Snowfun-Parks Wittenburg, hatte sie noch Mitte Juli gehofft. Daraus wird nichts: Es gebe „schwierige Verhandlungen“, erklärte Schmuddes Kollegin, die Hamburger Rechtsanwältin Sabine Vorwerk. Die Gespräche ziehen sich hin. Es gebe ein Interessengemenge zwischen u. a. zwischen Banken, Investoren und dem Land. Die Verhandlungen verzögern sich immer mehr. Vorwerk: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird in diesem Jahr eine Lösung gefunden.“ Van der Falk-Sprecher Volker Wünsche: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass es zu einer Einigung kommt.“

Neben der Van der Falk-Gruppe hat inzwischen ein zweiter holländischer Investor Interesse an Wittenburg angemeldet. Vorwerk wollte das nicht bestätigen dem aber auch „nicht widersprechen“. Informationen aus Unternehmenskreisen zufolge solle der neue Investoren zusammen mit dem bisherigen Hamburger Hallen-Investor Hans-Gerd Hanel zusammenarbeiten, was widerum in Schwerin auf Widerstand stößt. Das Land steht offenbar der bereits in MV aktiven Van der Falk-Grupe zur Seite. Vorwerk wies entsprechende Vermutungen zurück.

Die Zeit drängt: Erst Anfang September hatte der Chef des Landesförderinstituts, Roland Gießelbach, erklärt, dass es für die Verhandlungen noch maximal acht Wochen Zeit bliebe. Werde in dieser Frist keine Lösung gefunden, würden in der mit der mit 17,4 Millionen Euro Subventionen unterstützten Halle „die Lichter ausgehen“.

Davon will Rechtsanwältin Vorwerk nichts wissen: „Der Geschäftsbetrieb steht nicht in Frage.“ Alle mehr als 200 Mitarbeiter würden weiterbeschäftigt. Alle Beteiligten hätten das Interesse, dass der Park auch künftig „weiter bestehen bleibt“, erklärte sie. „Es ist eine Frage der Modalitäten.“ Die Insolvenzverwaltung werde auch im Oktober fortgesetzt. Dabei setze man auf die bevorstehende Saison. So bleibe das Schneeparadies mit dem dazugehörigen Hotel geöffnet. Inzwischen gebe es vermehrtes Interesse internationaler Rennteams an der Wittenburger Skipiste.

Ende Juni war für den Park Insolvenzantrag gestellt worden. Brancheninformationen zufolge sollen in der umstrittene Skihalle seit der Eröffnung im Jahr 2006 in keinem Monat die Einnahmen die Kosten gedeckt haben. Nach eigenen Angaben kamen im ersten Jahr 638 000 Besucher. Kalkuliert worden war mit 900 000 Gästen. Der Zusammenbruch der Halle löste einen Streit um den Einsatz von Fördermitteln aus. Der Landesrechnungshof hatte dem Land zwar einen korrekten Beihilfeeinsatz attestiert, zugleich aber erhebliche Zweifel gehegt, ob es angesichts knapper Kassen sinnvoll gewesen war, das von Anfang an risikobehaftete Projekt zu unterstützen.

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