Holländer soll’s richten - Edwin Benne neuer SSC-Trainer

von
12. August 2008, 08:56 Uhr

Die Suche ist beendet, das Geheimnis gelüftet. Der Niederländer Edwin Benne wird neuer Trainer der Volleyballerinnen des Schweriner SC. Der 43-jährige Silbermedaillengewinner von 1992 in Barcelona unterschrieb beim Bundesliga-Dritten der vergangenen Saison einen Einjahres-Vertrag. Zudem gab SSC-Präsident Johannes Wienecke gestern auf einer Pressekonferenz die Verpflichtung von drei neuen Außenangreiferinnen bekannt.

Schwerin - Der Niederländer Edwin Benne soll es in der am 11. Oktober beginnenden Saison Bundesliga-Saison bei den Volleyballerinnen des Schweriner SC richten. Der 43-Jährige unterschrieb einen Einjahres-Vertrag und tritt damit die Nachfolge des Norwegers Tore Aleksandersen an. „Das hat aber nichts damit zu tun, dass wir nicht längerfristig planen“, meinte SSC-Präsident Johannes Wienecke gestern bei der Vorstellung. Im Volleyball ist es üblich, Verträge sowohl mit Trainern und Spielerinnen nur für ein Jahr abzuschließen. Fünf Jahre, die Aleksandersen beim SSC das Kommando hatte, sind eher ungewöhnlich.

Ziel die Qualifikation für den Europapokal
Das ist Vergangenheit, jetzt zeichnet Edwin Benne für die sportliche Leistung der SSC-Damen verantwortlich. Und der 382fache niederländische Nationalspieler hat Großes vor. „Wir wollen in der deutschen Spitze mitspielen und uns sportlich für den Europapokal qualifizieren“, so der ehemalige Weltklasse-Diagonalspieler. Das heißt mindestens Platz drei am Ende zu belegen oder Pokalsieger zu werden.

Benne freut sich auf das Engagement beim Sportclub „Schwerin hat eine erfolgreiche Geschichte und ich hoffe, dass ich sie fortschreiben kann.“ Ein weiteres Ziel: „Junge Spielerinnen weiter aufzubauen.“ Genau deshalb passt er in das Konzept des SSC, der eben auf eine Mischung erfahrener sowie talentierter Spielerinnen setzt.

Der neue Mann auf der Bank bezeichnet sich als „hart aber fair, eher ruhiger aber dennoch emotionsgeladen.“ Und der dreifache Familienvater, der mit Frau und den Kindern demnächst seinen Umzug in Angriff nimmt, verlangt auch von seinem Team „Leidenschaft, Emotionen, Ehrgeiz.“

Doch bevor seine neuen Spielerinnen das richtig erleben können, verabschiedete sich der 2,08-m-Hüne schon wieder aus Schwerin. Denn er ist zudem Co-Trainer der niederländischen Frauen-Nationalmannschaft, die von Avital Selinger trainiert wird. Mit ihm stand Benne 1992 in der Silbermannschaft, die damals von Arie Selinger trainiert wurde, dem Volleyball-Guru schlechthin.

Wie Tore Aleksandersen einst sagte: „Er ist der Jose Mourinho oder Arsene Wenger des Volleyballs.“
Und von Arie Selinger „habe ich viel gelernt, als Spieler und als Trainer“, sagt Benne, der in Kürze mit der niederländischen Nationalmannschaft ins Trainingslager nach Israel fliegt, um sich auf die Grand-Prix-Qualifikation im September vorzubereiten. Da ist dann auch die DVV-Auswahl dabei.

In Israel trifft er dann auf seinen Mentor, der, wie in Schwerin bestens bekannt ist, die israelischen Frauen trainiert. Denn zweimal waren die Israeli in der Vergangenheit beim SSC im Trainingslager.
Aber keine Sorge, die Schwerinerinnen haben ihr Programm für diese Zeit. „Jetzt geht es erst einmal darum, den Grundstein in der Athletik zu legen.“ Dafür ist der neue Co-Trainer Michael Döring verantwortlich. „Die Mädels werden mich noch hassen“, kündigte der 27-jähriger Suhler an. Er war vier Jahre der Assistent von Han Abbing beim Pokalsieger VfB Suhl.

Drei Neue im Außenangriff, zweite Zuspielerin gesucht
Doch das sind nicht die einzigen neuen Gesichter. Den größten Handlungsbedarf hatte der SSC auf Außen. Und da kommen gleich drei Neue. Maja Pachale, zuletzt zwei Jahre bei den Roten Raben Vilsbiburg, kehrt nach zehn Jahren zurück in ihrem Heimatverein. Die 28-Jährige erhielt ebenso einen Einjahresvertrag wie Ana Paula Santos da Silva (Jamper Aguere/Spanien) und Lousiane Penha de Souza (1. VC Wiesbaden). Die Brasilianerinnen kommen aber erst Ende dieser Woche nach Schwerin.

Eine Position ist noch offen. Nach dem Weggang von Nationalzuspielerin Kathleen Weiß sucht der SSC noch eine zweite Zuspielerin hinter Auswahlakteurin Denise Hanke.

Der neue Kader
Zuspiel: Denise Hanke, Jule Paul (1. VC Parchim/Zweitspielrecht);
Libero: Linda Dörendahl;
Angriff/Diagonal: Julia Retzlaff, Kristin Kasperski, Ana Paul, Lousiane Souza, Janine Völker, Maria Völker (bd. Parchim/Zweitspielrecht);
Mittelblock: Patricia Thormann, Berit Kauffeldt, Sandra Gutsche, Lisa Schulmeister (Parchim/Zweitspielrecht).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen