Hohe Wahlbeteiligung erwartet

Für die Wahl des neuen Oberbürgermeisters am Sonntag zeichnet sich laut Wahlleiter Dr. Wolfram Friedersdorff (Linke) eine hohe Wahlbeteiligung ab. „Die Schweriner sind sehr interessiert, auch auf Grund der guten Berichterstattung in der SVZ“, so der amtierende OB.

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11. September 2008, 06:29 Uhr

Schwerin - Insgesamt 29 149 Schweriner hatten sich an der Abwahl von Norbert Claussen als Oberbürgermeister Ende April beteiligt und somit für einen Rekord gesorgt: eine Wahlbeteiligung von 44 Prozent. Das damals entscheidende Zünglein an der Waage waren nach Auszählung in den einzelnen Wahllokalen die Briefwähler gewesen. Die überdeutliche Mehrheit der damaligen rund 4000 Briefwähler hatte für Claussens Abberufung gestimmt – und damit über das politische Schicksal des Christdemokraten entschieden.

Wie die Briefwähler bei der Neubesetzung des Postens des obersten Verwaltungschefs votieren, steht erst am Sonntagabend fest. Aber das Interesse an der demokratischen Mitbestimmung ist hoch. Wahlleiter und amtierender Oberbürgermeister Dr. Wolfram Friedersdorff: „Es wurden bisher 4011 Anträge auf Briefwahlunterlagen bearbeitet.“

Alle anderen der knapp mehr als 80 000 Wahlberechtigten können am Sonntag zwischen 8 und 18 Uhr in den 87 Wahllokalen der Stadt ihre Stimme abgeben. Diese Wahlbezirke kommen zu den sechs Briefwahlbezirken hinzu. „Erst eine hohe Wahlbeteiligung ist auch Garant für eine hohe demokratische Legitimation“, so Friedersdorff.

Schweriner, die nicht wissen, welches Wahllokal sie aufsuchen müssen, können sich an die Wahlbehörde wenden (Telefon 5 45 17 44). Diese Hotline ist Sonnabend von 9 bis 15 Uhr und Sonntag von 9 bis 15 Uhr besetzt. Darüber hinaus sind die Türen des Rathauses am Sonntag von 17 Uhr an geöffnet. „Mit dem vorläufigen amtlichen Ergebnis rechnen wir zwischen 20.30 und 21 Uhr“, so der amtierende Oberbürgermeister. Die Ergebnisse gibt es auch im Internet unter www.schwerin.de.
Im Übrigen sind bei der zweiten Direktwahl eines Oberbürgermeisters in der Geschichte Schwerins mehr als die Hälfte der Wähler Frauen. 180 junge Schweriner, die älter als 16 Jahre sind, machen zum ersten Mal von ihrem Wahlrecht Gebrauch.

Nur eine Woche nach der Abwahl von Norbert Claussen hatte die Stadtvertretung den Wahltermin für seinen Nachfolger festgelegt: Am 14. September können die Schweriner über einen neuen Oberbürgermeister abstimmen. Eigentlich muss laut Kommunalwahlgesetz innerhalb von vier Monaten ein Nachfolger gewählt werden. Doch das Innenministerium hatte keine Einwände gegen den späteren Termin erhoben.

Insgesamt sieben Bewerber stellen sich dann dem Votum der Schweriner, die älter als 16 Jahre sind. Der Kandidat, der mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen der mehr als 80 000 Wahlberechtigten auf sich vereint, zieht als oberster Verwaltungschef in das Stadthaus ein. Bei der Premiere der Direktwahl eines Oberbürgermeisters war das keinem Bewerber gelungen. Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Gerd Böttger, hatte 2002 stolze 35 Prozent aller abgegebenen Stimmen auf sich vereint, gefolgt vom späteren OB Norbert Claussen, für den 28,8 Wähler votierten. In der zwei Wochen später folgenden Stichwahl erreichte Claussen 58,4 Prozent, Böttger 41,6.

Dass sich bereits am 14. September einer der sieben Kandidaten klar durchsetzen wird – also mehr als jede zweite Stimme für sich gewinnen kann –, scheint Kennern der Schweriner Kommunalpolitik als eher unwahrscheinlich. Die beiden Bewerber, die nach dem Schließen der Wahllokale um 18 Uhr die meisten Stimmen auf sich vereinen können, würden sich – wenn es tatsächlich noch keine klare Entscheidung gibt – am 28. September erneut dem Wählervotum stellen. Wer dann die meisten Stimmen erhält, zieht ins Stadthaus ein.

Der Zeitpunkt hängt vom neuen Oberbürgermeister selbst ab: Erst wenn seine jetzigen beruflichen Verpflichtungen geklärt sind, kann er das neue Amt antreten. Ziel des amtierenden OBs Dr. Wolfram Friedersdorff ist zwar eine Übergabe der Dienstgeschäfte bereits in diesem Oktober. Es könnte sich allerdings auch bis in den Winter hinziehen. Der neue OB wird für acht Jahre gewählt.

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