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12. Dezember 2017 | 11:30 Uhr

Hoffnung auf Arbeit bis zur Rente

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erstellt am 06.Mai.2010 | 07:12 Uhr

Perleberg | Werner Kuhl ist 58 Jahre alt und von Beruf Maschinenbauer. Viele Jahre arbeitete er als Baumaschinist im damaligen WGK in Wittenberge. Mitte der 90er Jahre wurde er arbeitslos. Seither hangelt er sich von einer Maßnahme zur nächsten und stets schwingt die Hoffnung mit, dass es dieses Mal etwas länger Arbeit gibt.

Seit anderthalb Jahren ist Werner Kuhl nun bei der Stadt, genauer gesagt im Stadtbetriebshof. Über den Beschäftigungszuschuss nutzt die Stadt die Möglichkeit, Menschen, die sonst kaum oder gar keine Aussicht haben, in Arbeit zu kommen, eine berufliche Chance zu bieten. "Und die ist renten-, pflege- und krankenversicherungspflichtig, und das bis zu 24 Monate", erläutert Regine Tausendfreund. Über den Stadtbetriebshof betreut sie jene Projekte.

Der Straßenbau ist das Metier von Werner Kuhl. "Ich mache, was ich gelernt habe", betont er. Er sei ganz zufrieden. "Man hat eine Aufgabe und sieht am Abend, was man geschafft hat." Am wichtigsten aber sei das Gefühl, gebraucht zu werden und dabei auch noch Geld zu verdienen. "Natürlich wäre es noch besser, wenn ich vom Verdienst auch leben könnte und nicht noch auf Stütze angewiesen wäre, weil der Tariflohn nun mal so niedrig ist. Aber auch so habe ich mehr, als wenn ich zuhause sitze."

Bis Dezember ist er noch dabei, "dann sind die zwei Jahre rum". Natürlich würde er gern weitermachen, am liebsten bis zur Rente. Arbeit gibt es außerdem mehr als genug. Der Winter hat den Straßen ganz schön zugesetzt. "Und wenn wir nicht zuvor die vielen kleinen Löcher schon geflickt hätten, wären große draus geworden."

Sprichwörtlich für Licht am Ende des Tunnels sorgten jetzt die Stadtverordneten. Einstimmig votierten sie für eine sogenannte Anschlussfinanzierung. Im Klartext heißt das, weiter Arbeit für fünf Leute, die auf absehbarer Zeit kein Bein auf den ersten Arbeitsmarkt bekommen. Das heißt aber auch, die Stadt selbst muss tiefer in die Tasche greifen, denn statt der bis dato 75-prozentigen Förderung für die ersten 24 Monate gibt es bei einer Anschlussfinanzierung eine 65-prozentige. Diese wird allerdings unbefristet weiter gewährt.

Arbeit und nicht einfach nur Beschäftigung

Betriebshofleiter Reinhard Könning macht keinen Hehl daraus, dass er auf eine Anschlussfinanzierung gehofft habe. "Sonst wäre es eng geworden, vor allem im Grünen Bereich und bei der Instandsetzung von Gehwegen und Straßen." Für die Stadt haben diese Maßnahmen viel gebracht. "Die Mannschaft, die wir jetzt haben, ist ein gutes Team." Ein wichtiger Aspekt sei dabei, den Leuten auch die Arbeit zu geben, die ihnen liegt. Ein Schlosser ist in den Blumen fehl am Platze. "Erfolge aber sind die beste Motivation", unterstreicht der Stadtbe triebshofleiter.

Eine Reihe der Langzeitarbeitslosen, die über den Beschäftigungszuschuss wieder eine Aufgabe gefunden haben, die nach Tarif bezahlt wird, arbeitete zuvor viele Jahre in einem Beruf. "Wissen und Können, das wir, wenn möglich, natürlich nutzen", so Könning.

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