Hoffen auf Kabel-DSL

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22. März 2010, 08:01 Uhr

Laaslich | Gibt es doch noch einen Hoffnungsschimmer für die Ortsnetze Dergenthin (038793) und Groß Warnow (038788), schnelles Internet per Kabel anschluss zu bekommen? Ein Gespräch der Gemeinde Karstädt mit dem Breitbandbeauftragten der Deutschen Telekom für Brandenburg bringt zumindest das Vorhaben neu in Gang.

Noch im Januar hatte die Telekom auf "Prignitzer"-Nachfrage mitgeteilt, dass sie auch 2010 das Vorhaben zurückstellen müsse. "Beide Bereiche waren ursprünglich im Rahmen des Projektes OPAL-Überbau 2009 vorgesehen. Durch die finanziellen Einschnitte im vergangenen Jahr konnte das Vorhaben leider nicht umgesetzt werden", antwortete Pressesprecher Jürgen Will aus Berlin. Zugesichert wurde für 2010 der Ausbau der Ortsnetze Falkenhagen (Prignitz), Dessow, Segeletz und Seeblick (OPR).

Andreas Schulz, FDP-Abgeordneter der Gemeinde Karstädt, der sich seit Monaten über die Bemühungen der Kommune hinaus für einen Breitbandanschluss im Ortsnetz Dergenthin engagiert, hatte sich auch an die T-Mobile Deutschland GmbH in Bonn gewandt. Hier war ihm mitgeteilt worden, dass, wenn sich genügend Haushalte für einen DSL-Anschluss bei der Telekom entscheiden, das Unternehmen bereit sei, neueste DSL-Technik zu installieren. Ähnlich sei es auch im Nachbarbereich Cumlosen (038794) gelaufen. "Vorteil für die Bürger gegenüber der von der Landesregierung avisierten Internetlösung über Funk und Fernsehkanäle (Digitale Dividende) ist, dass der Telekom-Internetzugang deutlich schneller ist und auch noch günstiger. Zum anderen bekommen wir bewährte Technik vom Marktführer und sind kein Versuchskaninchen für unausgereifte Funkspielereien", meint Schulz.

"Wir begrüßen grundsätzlich jede Eigeninitiative, die sich dafür einsetzt, dass in den Orten, die bisher kein Breitbandnetz haben, DSL kommt", unterstrich Wolfgang Fritze. Der Mitarbeiter für Wirtschaftsförderung der Gemeinde Karstädt ist seit Jahren Verhandlungsführer der Kommune für eine ausreichende Breitbandversorgung im Gemeindegebiet mit der Telekom und anderen Unternehmen sowie dem Land. "Bevor wir gar nichts bekommen, haben wir für Dergenthin-Laaslich-Nebelin die VHF-Kanal-Lösung und für Groß Warnow-Pinnow-Pröttlin die UMTS-Variante genommen. Beide sollen Ende dieses Quartals verfügbar sein. Hätten wir diese Möglichkeit nicht genutzt, würden die Bürger fragen, warum seid ihr als Gemeinde nicht auf Lösungssuche gegangen. Denn beide Varianten sind zumindest zigfach besser als der jetzige Stand", so Fritze. Nach dem Gespräch in der vergangenen Woche will die Telekom Anfang April Kostenzahlen vorlegen. "Wir werden dann klären, wie groß die Wirtschaftlichkeitslücke ist, ob das Vorhaben umgesetzt werden kann und wir uns daran beteiligen, finanziell oder mit Bauleistungen, und ob daraus eine konkrete Vereinbarung entsteht", meint der Wirtschaftsförderer.

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