zur Navigation springen
Übersicht

21. September 2017 | 07:12 Uhr

Warin : Höhe neuer Häuser umstritten

vom

Streit um die Bauvorschriften im Gebiet der Schulstraße. Jetzt soll nach einer erneuten Auslegung des B-Planes festgelegt werden, wie hoch neue Häuser gebaut werden dürfen.

svz.de von
erstellt am 14.Jul.2011 | 01:57 Uhr

Streit um die Bauvorschriften im Gebiet der Schulstraße, Richtung Wariner See und Park. Jetzt soll nach einer erneuten Auslegung des B-Planes festgelegt werden, wie hoch neue Häuser gebaut werden dürfen.

Bei der ersten öffentlichen Auslegung des B-Planes wurde eine Firsthöhe von 7,50 Meter vorgeschlagen. Etliche Anwohner protestierten, wie SVZ berichtete. Die Wariner Stadtvertretung stimmte bei der Abwägung des B-Planes schließlich mehrheitlich für eine maximale Firsthöhe von 6,50 Meter.

Das widerspricht der Auffassung im Wariner Bauausschuss. "Die Reduzierung der Firsthöhe schränkt die Baufreiheit der Bauwilligen ein." Das steht in einer Stellungnahme von Andreas Spriewald, dem Vorsitzenden dieses Wariner Fachausschusses. Er befürchtet Verfahrensfehler. Aus städtebaulicher Sicht sei die Reduzierung nicht notwendig. Spriewald verweist darauf, dass die vorhandene Bebauung in der ersten Reihe in der Schulstraße elf Meter hoch sei. Da seien 7,50 Meter in der zweiten Reihen ein angemessener Kompromiss. Ein Blick über die neuen Häuser auf den Wariner See sei von der Schulstraße weiterhin möglich. "Ein Anspruch auf ewigen freien Blick besteht nicht", so Spriewald.

Verärgert äußerte sich auch die Angehörige eines Bauwilligen gegenüber SVZ. Die Vorschriften für eine Höhe von 6,50 Meter seien nicht hinnehmbar auch angesichts der höheren bereits bestehenden Häuser in diesem Gebiet.

"Der Bauausschuss ist ein empfehlender Ausschuss. Mehr ist er nicht", so gestern Bürgermeister Michael Ankermann gegenüber unserer Zeitung. "Die Stadtvertretung ist Herr des Verfahrens". Der Bürgermeister verweist auf viele Anlieger dieses Gebietes, die sich gegen die ursprüngliche Festlegung des B-Planes ausgesprochen hatten (SVZ berichtete ausführlich). "Ein ganzes Viertel sagt, wir wollen die Bauhöhe nicht, sondern nur den Kompromiss von 6,50 Meter", so der Bürgermeister. Ziel sei es, eine langsam ansteigende Baulinie bis zum Kirchturm zu erreichen. Nach einer Empfehlung des Landkreises wird der B-Plan noch einmal ausgelegt, weil sich mit der Bauhöhe ein wesentlicher Gesichtspunkt geändert hat. Ausschließlich zur Höhe können jetzt allerdings auch Stellungnahmen abgegeben werden, sagt Ankermann.

Wenn sich die Stadtvertretung nach dieser Auslegung erneut auf die 6,50 Meter festlegt, haben einzelne Grundstückseigentümer das Recht wiederum dagegen vorzugehen. "Man kann alle Verwaltungsentscheidungen gerichtlich prüfen lassen", so Ankermann. "Wir tricksen nicht!" Die Stadt bemühe sich, im Verfahren keine Fehler zu machen. Er sehe bisher auch keine Fehler, so Ankermann, und gehe davon aus, dass mögliche Klageverfahren nicht erfolgreich sind.

Die Klage eines Bauwilligen hatte die Aufstellung des B-Planes für die Schulstraße übrigens erst ins Rollen gebracht. Der Investor stellte einen Bauantrag, weil er hinter seinem Haus weitere Wohnungen errichten wollte. Der Antrag wurde abgelehnt. Dabei gab es auf anderen Grundstücken hinter den Häusern bereits etliche Gebäude. Viele davon sind mit heutigem Verständnis Schwarzbauten. Sie sollen durch den B-Plan legalisiert werden. Gleichzeitig werden klare Vorschriften für alle Anlieger geschaffen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen