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ATSV Güstrow: Aufstieg in Regionalliga aberkannt : Hockey-Damen im Tal der Tränen

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Bitteres Los für die Hockeydamen des ATSV Güstrow: Ihr Aufstieg in die Regionalliga ist passé! Noch am Sonntagabend, nach dem sensationellen Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse, folgte der moralische Tiefschlag.

svz.de von
erstellt am 23.Mär.2011 | 05:48 Uhr

Ganz bitteres Los für die Hockeydamen des ATSV Güstrow: Ihr Aufstieg in die Regionalliga ist passé! Gestern hieß es auf der Homepage des Vereins: "Durch den Einsatz einer nicht spielberechtigten Person haben unsere Damen beide Qualifikationsspiele um den Aufstieg in die Regionalliga mit 0:5 Wertung verloren." Was ist passiert?

Noch am Sonntagabend, nachdem die freudige Nachricht über den sensationellen Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse schon verkündet war, folgte der moralische Tiefschlag. "Gerade war ich dabei, die Feier in unserem Klubhaus vorzubereiten", erzählt Marco Drenckhan von der Vereinsführung, "da bekam ich den Anruf von der Staffelleiterin, dass was faul ist." Konkret: Die Staffelleiterin hatte zu dem Zeitpunkt das Formular vom Hinspiel am Sonnabend, das mit 4:6 an die Brandenburgerinnen ging, ausgewertet. Dabei fiel ihr beim Abgleich des Spielberichtsbogens mit der Internet-Pass-Datei eine Unstimmigkeit auf. Eine mitwirkende Spielerin des ATSV stand nicht in der Internet-Datei, hatte folglich keine gültige Spielberechtigung. Regelkonform wurde das Hinspiel in Güstrow mit 5:0 für den Kontrahenten, den Brandenburger SRK, gewertet. "Nun hatte ich die undankbare Aufgabe, den Damen das mitzuteilen. Für die brach eine Welt zusammen, hatten sie doch gerade das Spiel ihres Lebens gemacht!"

Der Ursprung des organisatorischen Fehlers reicht über ein Jahr zurück. Damals ging Eike Liefke, die unglückliche Spielerin des ATSV, für ein Jahr zu einem Auslandsaufenthalt nach Argentinien und meldete sich ordnungsgemäß beim Verein ab. Ebenfalls ordnungsgemäß wurde die Internet-Pass-Datei über sie gelöscht. Dies ist maßgeblich für das Geschehen am vergangenen Wochenende. Versäumt hatte es der Verein jedoch, auch den Spielerpass einzuziehen und am besten zu vernichten. So aber kam die Spielerin Anfang des Jahres aus Argentinien zurück, erinnerte sich an den Pass, den sie noch hatte - und spielte schon in der letzten Meisterschaftsrunde MV mit. Nur hatte niemand daran gedacht, sie wieder ordnungsgemäß anzumelden. Das wäre, da sie über ein Jahr keinem Verein angehört hatte, zu jeder Zeit möglich gewesen, erklärt Marco Drenckhan. Doch selbst dem Staffelleiter in MV war der Fehler offenbar nicht aufgefallen. Denn dann hätte der ATSV da zwar Punkte aberkannt bekommen, die Meisterschaft aber vermutlich trotzdem gewonnen und der Fehler wäre repariert worden.

Theoretisch könnte jetzt sogar Protest aus MV kommen, der Meistertitel womöglich aberkannt werden. Damit rechnet Drenckhan wegen abgelaufener Fristen jedoch nicht. Allerdings glaubt er auch nicht daran, dass sein beim Hockeyverband eingereichtes "Gnadengesuch" durchkommt. "Wir wollten ja keinen täuschen, es war einfach nur verdüst. Doch es bleibt dabei: Der Fehler ist Fakt, und den haben wir nun mal gemacht." Besonders dumm dabei ist, dass Eike Liefkes Einsatz vermutlich ohne jeglichen Einfluss gewesen ist: Lediglich etwa drei Minuten habe sie beim Hinspiel in Güstrow auf dem Parkett gestanden, im Rückspiel in Brandenburg habe sie gar nur auf der Bank gesessen. "Doch das zählt schon", weiß Drenckhan um das Reglement, und erwartet für das Rückspiel ebenfalls eine 0:5-Wertung gegen den ATSV. Doch selbst wenn der Verband für das Rückspiel (1:5) Gnade walten lassen würde, wäre mit der bereits offiziellen Hinspiel-Wertung das Torverhältnis auf Seiten der Brandenburgerinnen.

Die Hoffnung auf Gnade ist ohnehin nur äußerst gering. Denn bisher handelte es sich um Maßnahmen des Verbandes, sozusagen "von Amts wegen". Würde der jetzt Gnade vor Recht walten lassen, würde das vermutlich unweigerlich einen Protest Brandenburgs nach sich ziehen. Und dem müsste der Verband dann wohl oder über stattgeben.

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