Hochzeit international in Bützow

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18. Juli 2008, 05:15 Uhr

Bützow - Die 80 Gäste kommen aus Neuseeland, Amerika, Kanada, Großbritannien, Holland, Tschechien, Irland und natürlich aus Deutschland. Heute ab 15.30 Uhr geben sich Anja Manthei und ihr neuseeländischer Freund Richard Wood in der Bützower Stiftskirche das Ja-Wort, zuvor findet im Rathaus die standesamtliche Trauung statt.

„Anja hat uns immer überrascht“, sagt Vater Günther Manthei. Das erste Mal, als die heute 29-Jährige nach Abitur und einer Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten sich gegen eine solide Laufbahn im öffentlichen Dienst und für ein Studium entschied. Zuvor jedoch ging die Bützowerin für ein Jahr als Au-pair-Mädchen nach Neuseeland. Dort lernte sie in einem Pub ihren künftigen Mann kennen: Richard Wood.

Wohnort Dubai – in der Mitte zweier Welten
Zurück in Deutschland studierte Anja Manthei Freizeit- und Tourismus-Management in Stralsund. Ihr Freund folgte ihr nach Europa, beide gingen nach Tschechien, um dort im Skoda-Werk zu arbeiten. Vor gut einem Jahr zog das Paar dann nach Dubai. „Das liegt ungefähr in der Mitte von Deutschland und Neuseeland, es gibt einen internationalen Flughafen, es ist westlicher als Tschechien und die Arbeit gut. Wir sind glücklich“, sagt Anja Manthei. Sie arbeitet in der arabischen Metropole beim Autobauer Porsche, ihr Mann Richard bei Daimler.

Dubai sei dennoch kein Ort, um alt zu werden. Baustelle an Baustelle, Dubai verändere sich beinahe jeden Tag. Vor allem aber sei die Familie zu weit weg. „Wir werden irgendwann wohl mal in Deutschland oder Neuseeland leben“, sagt Anja Manthei.

Raus aus Bützow, aus Mecklenburg – das sei irgendwie immer für die junge Frau klar gewesen. Nur wenige ihres Abi-Jahrganges 1997 seien hier geblieben. Dass sie zur Hochzeit nach Hause kommt, hat Anja Manthei immer gehofft. „Es war schon als Kind mein Traum, in der Stiftskirche zu heiraten“, sagt die 29-Jährige. In Weiß, versteht sich. Hier in Bützow wurde Anja Manthei getauft und konfirmiert, aufgewachsen ist sie am Bützower Wiesengrund, wo Vater Günther und Mutter Bärbel noch immer wohnen.

Paar bittet um Spenden für den Erhalt der Stiftskirche

Kommt die Weltreisende heute nach Hause, genießt sie vor allem das Baden in der Warnow und die Küche der Mutter – am besten mit viel Schweinefleisch; das sei im arabischen Dubai schwer zu bekommen. Dafür gibt’s keine Steuern und eine gemischte Kultur. Schätzungsweise 70 Prozent der Menschen in Dubai seien Ausländer.

Zur Hochzeitsreise geht’s übrigens auf die Seychellen. „Wir fliegen schon Donnerstag“, sagt Anja Manthei. Deshalb baten sie und ihr Mann alle Hochzeitsgäste, keine Blumen zu schenken, stattdessen Geld für den Erhalt der Stiftskirche zu spenden.

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