„Hochspannung tief legen“ will Freileitung verhindern

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15. Mai 2008, 10:09 Uhr

Kletzke - Am Dienstag gründeten Bürger aus den Gemeinden Gumtow und Plattenburg die Initiative „Hochspannung tief legen“ . Ihr Ziel ist es, so macht Sprecher Rainer Schneewolf deutlich, die von EON.edis geplante rund 60 Kilometer lange Hochspannungs-Freileitung Perleberg–Gantikow–Wittstock zu verhindern und stattdessen eine Erdverkabelung durchzusetzen. Die Bürgerinitiative (BI) hofft dabei auf Unterstützung beider Landkreise und aller Anliegergemeinden.

„Die Region, durch die die geplante Stromtrasse führen soll, ist durch Windräder ohnehin schon hoch belastet. Vermeidbare zusätzliche Belastungen sind deshalb strikt abzulehnen. Das Argument der Netzbetreiber, die Kosten für eine Erdverkabelung wären ein Mehrfaches so hoch wie die für eine Freileitung, ist irreführend, da dies nur für die Investitionskosten gilt. Rechnet man aber längerfristig und berücksichtigt auch die Betriebskosten, dann haben die Freileitungen betriebswirtschaftlich keine Vorteile mehr gegenüber einer Erdverkabelung“, so Schneewolf.

Außerdem gingen, so die BI, in die Kostenberechnung neuer Stromtrassen fälschlich nur die Kosten ein, die der Netzbetreiber aufzubringen hat. „Die Belastung der Landschaft und die Minderung des Wohn- und Erholungswerts und damit die massive ökonomische Wertminderung von Grund, Boden und Immobilien“ gingen in diese Berechnungen nicht mit ein. „Sie spielt bisher auch in der einschlägigen Gesetzgebung keine Rolle. Müssten die Netzbetreiber auch diese Verluste als Kosten bezahlen, wären sie mit Sicherheit glühende Verfechter von Erdkabeln“, argumentiert der BI-Sprecher.

„Hochspannung tief legen“ beabsichtigt zunächst, nach ihrem Motto „Prignitz mit Weitblick“ alle Prignitzer, auch die abseits der geplanten Trasse, für den Erhalt ihrer Landschaft zu sensibilisieren, außerdem Mitstreiter längs der gesamten Trasse zu gewinnen, die Eigentumsverhältnisse an Grund und Boden längs der Trasse zu recherchieren und die Eigentümer anzusprechen sowie die Strecken aufzuzeigen, die laut landesplanerischer Beurteilung vom Oktober 2007 bereits erdverkabelt werden müssen.

Damit soll EON.edis signalisiert werden, dass „das Unternehmen keine Chancen haben wird, eine Freileitung zu errichten, und dass es auch für den Konzern wesentlich kostengünstiger ist, von vornherein eine Erdverkabelung zu planen“, erläutert Schneewolf das Ziel der Aktivitäten.
Wer sich mit der BI in Verbindung setzen möchte, kann das über Rainer Schneewolf in Plattenburg, E-Mail: rschneewolf@kommunaldata.de, Telefon 038784 / 90 490 und 0174 / 438 14 99.


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